Wie gefährlich ist Covid-19? Zahlen, Daten, Fakten
17. Oktober 2020
von DDr. Christian Fiala

Die öffentlich, von den Behörden und der WHO zur Verfügung stehenden Daten ermöglichen eine valide Einschätzung der Gefährlichkeit der als Covid-19 bezeichneten Krankheit und eine Beurteilung der Massnahmen auf ihre Verhältnismässigkeit.

Die Grippezahlen

Die letzte Grippe-Saison ist vergleichsweise mild verlief, inkl. Corona bzw. Covid-19. Es gab deutlich weniger Grippe-Sterbefälle als in den Jahren davor [1].

Der ORF berichtet am 10. Juni 2020:

„Nach einer heute veröffentlichten Schätzung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sind in der zu Ende gegangenen Influenzasaison deutlich mehr Menschen in Österreich an der „klassischen“ Grippe gestorben als an dem Coronavirus. Laut der AGES-Berechnung kamen in der Saison 2019/2020 rund 834 Menschen ums Leben, gegenüber 673 an oder mit dem Coronavirus Verstorbenen.“

Zum Vergleich: In der Saison 2018/19 starben 1.373 Personen in Österreich an Grippe, in den beiden Saisonen davor waren es 2.851 bzw. 4.436, also gab es einen kontinuierlichen Rückgang.“ [2]

Hospitalisierungen

Es sind tatsächlich nur wenige Menschen an Covid-19 erkrankt oder deshalb in einem Krankenhaus behandelt worden.

Die blaue Fläche ist der Prozentsatz der mit Corona positiv getesteten Personen belegten Normalbetten in den Krankenhäusern Österreichs. Am 5.10.2020 waren dies 4 Prozent.

Nur sehr wenige Menschen sind an Covid-19 schwer erkrankt und mussten deshalb auf einer Intensivstation behandelt werden.

Die blaue Fläche zeigt den Prozentsatz der mit Corona positiv getesteten Personen belegten Intensivbetten in Spitälern Österreichs. Am 5.10.2020 betrug dieser 12 Prozent.

Falldefinition SARS-Cov-2 (Stand: 9. September 2020): [5]
Jede Person mit direktem labordiagnostischem Nachweis von SARS-CoV-2, unabhängig von der Symptomatik.

Das heißt, dass jede Person, egal aus welchem Grund sie in ein österreichisches Krankenhaus aufgenommen wurde, welche Symptomatik sie hat, bei einem positiven PCR-Test automatisch auf dem offiziellen Dashboard mitgezählt wird.

Todesfälle

Unter den vergleichsweise wenigen Sterbefällen sind fast ausschließlich ältere Menschen über 84 Jahre finden [2].

Definition eines Covid-19 Todesfalles in Österreich:

„Wir haben die Definition von der europäischen Seuchenbehörde. Jeder der in den vergangenen 28 Tagen mit Covid-19 infiziert wurde (Anm.: positiv getestet wurde), muss als Todesfall angegeben werden“, sagt Franz Allerberger, Gesundheitsabteilungsleiter bei der AGES im Ö1 Morgenjournal. [6]

Es ist zu berücksichtigen, dass die Lebenserwartung z.B. bei den im Jahr 1950 Geborenen ca. 65 Jahre beträgt. (beide Geschlechter zusammengenommen).

Obwohl nur wenige Menschen an Covid-19 versterben, gab es während des Lock-down einen auffälligen kurzfristigen Anstieg der Sterblichkeit und zwar zu einem Zeitpunkt, an welchem der auch in den früheren Jahren zu beobachtende Rückgang an Grippe-bedingter Sterblichkeit bereits eingesetzt hatte. Dies war die Zeit als ein großer Teil der Pflegekräfte Österreich verließ und in ihr Heimatland zurückkehrte.

Die Statistik Austria schreibt dazu:
„In der Woche vom 30. März bis 5. April 2020 … lag die Zahl der wöchentlichen Sterbefälle um rund 13% über dem durchschnittlichen Wert der Jahre 2016 bis 2019. Der Zuwachs an Sterbefällen betraf fast ausschließlich Personen der Altersgruppe 65+, während die Sterbefälle bei unter 65-Jährigen nahezu unverändert blieben. Diese Entwicklung bei den Sterbefällen älterer Menschen ist bereits seit der Kalenderwoche 12 bzw. dem Zeitraum 16. bis 22. März zu beobachten.“ [3]

Anm.: Die y-Achse bildet nur den relevanten Bereich der Daten ab und beginnt nicht bei „0“

Datum der Einführung, bzw. Aufhebung der Maßnahmen im Jahr 2020:

KW
10.311Beschränkung des Reiseverkehrs, Verbot von größeren Veranstaltungen
16.3.12Ausgangsbeschränkungen
30.3.14Maskenpflicht in Geschäften
14.4.161. Öffnungsschritt
1.5.182. Öffnungsschritt
15.5.20Gastro-Öffnung
29.5.22Öffnung von Hotels, Fitnessstudios etc.
15.6.25Lockerung Maskenpflicht
24.7.30Verschärfung der Maskenpflicht+ Einreise
4.9.36Inbetriebnahme Corona-Ampel
14.9.38Verschärfung der Maßnahmen inkl. Maskenpflicht

Auswirkungen der Massnahmen

Die Zahlen zeigen, dass die Corona-Maßnahmen keinen nachweisbaren Einfluss auf die Ausbreitung des Corona-Virus, die Erkrankungshäufigkeit an Covid-19 oder die Sterblichkeit hatten. Im zeitlichen Verlauf dieser Ereignisse lässt sich keine Veränderung durch die Einführung oder die Lockerung der Maßnahmen feststellen.

Zahl der positiv Getesteten im Kontext

Derzeit sind und in den letzten Monaten waren nur sehr wenige Menschen in Österreich mit dem Corona-Virus infiziert. Der Prozentsatz an positiven Tests war im Frühjahr recht hoch, als es mehr kranke Menschen gab. Seither ist der Prozentsatz sehr gering (2-5%) und liegt damit nur geringfügig über dem Bereich der zu erwartenden falsch positiven Ergebnisse. Erst mit einem Rückgang der Temperaturen in den letzten Wochen war ein leichter Anstieg des Prozentsatzes positiver Ergebnisse zu beobachten. In diesen Zahlen nicht berücksichtigt ist die Fehlerquote der PCR-Tests, die bei einer geringen Prävalenz (Durchsuchung) – wie sie derzeit vorliegt – im hohen 2-stelligen Bereich liegt. [3]

Die Anzahl an positiven Ergebnissen ist im Wesentlichen davon abhängig, wie viele Tests durchgeführt werden. Mit steigender Anzahl an Tests gab es auch mehr positive Ergebnisse.

Bei der Schwankung an durchgeführten Tests fällt auf, dass Montags durchgehend deutlich weniger Tests durchgeführt wurden, als im Wochenschnitt. Im Gegenzug gab es Mittwochs, Donnerstags und Freitags fast immer deutlich mehr Tests. Diese Unterschiede sind statistisch signifikant. Aufgrund des recht konstanten Prozentsatzes an positiven Testergebnissen, führte die Schwankung an durchgeführten Tests am Ende der Woche fast immer zu einer Steigerung an positiven Ergebnissen im Wochenverlauf. [4]

Abweichung der am jeweiligen Tag durchgeführten Tests im Verglich zum Wochenmittel:

Mo69%
Di100%
Mi119%
Do114%
Fr115%
Sa104%
So79%

Es besteht eine offensichtliche Diskrepanz zwischen der Information von Seiten der Regierung über eine große Gefahr für die Gesundheit der Menschen und der tatsächlich eher geringen Anzahl an kranken Menschen, sowie an Todesfällen. Diese Diskrepanz erklärt sich teilweise durch die medizinisch schwer nachvollziehbare Definition eines „bestätigten Falles“, auch wenn diese Person keine Symptome hat und vollkommen gesund ist.

Falldefinition SARS-Cov-2 (Stand: 9. September 2020): [5]
Jede Person mit direktem labordiagnostischem Nachweis von SARS-CoV-2, unabhängig von der Symptomatik.

WHO: IFR liegt bei 0,13%

In einem Briefing am 5. Oktober 2020 geht die WHO davon aus, dass 10% der Weltbevölkerung mit dem SARS-CoV-2 Virus infiziert sind. [7] Bei 7,8 Milliarden Menschen auf der Erde und aktuell etwa 1,044 Millionen Todesfällen ergibt das eine IFR (Infection Fatality Rate) von 0,13%. Damit liegt sie im Bereich der IFR eine normalen Grippe-Saison. Es ist unnötig zu erwähnen, dass deswegen noch nie derartige Massnahmen in Betracht gezogen wurden.

John Ioannidis bestätigt die WHO

Stanford Professor John Ioannidis, der weltweit führende Medizin-Wissenschaftler [8], war der Erste, der Mitte März schon eine korrekte Abschätzung der Infektionssterblichkeit IFR vorgelegt hatte – damals 0,125% – die mittlerweile durch die WHO Zahlen bestätigt wurde.

Auch Ioannidis errechnet wie die WHO aus bisher durchgeführten Antikörper- und Infektionsstudien, dass im Oktober 2020 bereits etwa 10% der Weltbevölkerung eine Infektion hinter sich gebracht hat. Die globale Sterblichkeitsrate bei Infektionen liegt bei 0,15-0,20 Prozent bei den unter 70-jährigen aber nur bei 0,03-0,04 Prozent, wobei die Variabilität zwischen Orten mit unterschiedlicher Altersstruktur, Alters- und Pflegeheimplätzen, sozioökonomischen Ungleichheiten, klinisches Risikoprofil auf Bevölkerungsebene, Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Gesundheitsversorgung recht groß sein kann. [9]

Männer haben ein etwa doppeltes Sterblichkeitsrisiko wie Frauen. Deutliche Erhöhung des Risikos (1,5 bis 5-fach) kommt neben sozialen Faktoren von Fettleibigkeit, unbehandelter Diabetes, Lungenerkrankung, Leberversagen, Nierenversagen, Blutkrankheiten und kürzlich behandeltem Krebs. Es besteht kein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck oder eine länger zurückliegende Krebsvorgeschichte und nur ein geringe Erhöhung (weniger als 1,5-fach) bei Asthma, chronischen Herzkrankheiten, leichter Adipositas und Krebs vor 1-5 Jahren. Weiter untersucht werden müssen Risiken von vorigen Impfungen, Luftverschmutzung, Infektionen mit anderen Coronaviren und die Größe der Virenlast bei der Infektion. [9]

Quellen

(1) https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/grippe/mortalitaet
[2] https://orf.at/stories/3169123/
[2] https://info.gesundheitsministerium.at/dashboard_Hosp.html?l=de
[3] Deutsches Ärzteblatt: PCR-Tests auf SARS-CoV-2: Ergebnisse richtig interpretieren https://www.aerzteblatt.de/archiv/214370/PCR-Tests-auf-SARS-CoV-2-Ergebnisse-richtig-interpretieren, PCR-Tests mit Prof. Dr. Dr. Martin Haditsch https://youtu.be/blcESfa0V1w
[4] Gesundheitsministerium, Daten vom 2.3.-4.10.2020
[5] https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare- Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Neuartiges-Coronavirus.html
[6] https://kurier.at/chronik/oesterreich/ministerium-stellt-zaehlweise-bei-coronavirus-todesfaellen-um/400991600
[7] https://www.forbes.com/sites/jemimamcevoy/2020/10/05/who-estimates-coronavirus-infected-10-of-worlds-population/
[8] https://en.wikipedia.org/wiki/John_Ioannidis
[9] https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf

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