Patientin mit gebrochener Nase wird gezwungen, Maske zu tragen. Bericht einer Diplomkrankenschwester.
22. Februar 2021

Ich hatte heute Morgen einen Kreislaufkollaps, wurde ohnmächtig und wachte in einer Blutlache auf. Ich konnte mich an nichts erinnern, nur dass mir schwindelig geworden war und ich mir ein Glas Wasser geholt hatte. Meine Nase war aufgeschlagen und ich blutete aus ihr. Mir war noch immer schwindelig und ich zitterte. Ich wählte um ca. fünf Uhr den Notruf 144 und erzählte, was passiert war. Man teilte mir mit, dass ich auf einen „anonymen“ Anruf einer Ärztin warten solle, der mich in den nächsten Minuten erreichen würde. Es dauerte 30 Minuten, bis der Anruf kam. Die Ärztin fragte meine Symptome ab und ich bat um einen Rettungswagen. Eine Stunde später kamen zwei Sanitäter, ohne Sessel. Sie meinten, dass ginge schon, ich soll die zwei Stockwerke zu Fuß hinuntergehen.

Im Rettungsauto sollte ich eine FFP2-Maske aufsetzen, trotz meines komplett aufgeschlagenen und geschwollenen Nasenrückens, ich blutete immer noch leicht aus der Nase. Ich verweigerte die Maske. Die Sanitäter meinten, ich könne sie eh an die Nasenspitze „hängen“. Während der Fahrt spürte ich einen Brechreiz und bekam ein „Sackerl“, sollte die Maske aber trotzdem oben lassen. Ich verweigerte sie erneut. Im Krankenhaus wurde ich in die Notfallambulanz gebracht, wo ich in einer Nische zwischengelagert wurde.

Der blutjunge Sekundararzt kam herein und seine erste Frage war: „Warum haben Sie ihre Maske nicht auf?“ Ich erwiderte, dass ich starke Schmerzen auf der Nase hatte und mir außerdem schlecht war von der Fahrt. Dann gab er Ruhe und erstellte den Status. Ich wurde geröntgt und ein offener Nasenbeinbruch festgestellt. Man befestigte Tapes an meinem Nasenrücken. Ich bat um eine Begutachtung auf der Hals-Nasen-Ohren-Station und wollte eine FFP2-Freistellung, solange ich solche Schmerzen haben würde. Der Arzt meinte, ich werde jetzt auf die „normale Aufnahmeambulanz“ gebracht, da könne ich das dann abklären.

Auf der nächsten Station ging die Diskussion um die Maske erneut los. Die diensthabende Schwester sagte: „Stellen Sie sich nicht so an, das ist bei uns Pflicht“. Sie brachte mir eine normale OP-Maske, die keinen Metallbügel hat und meinte, das ginge schon. Sie legte mir die Maske an und ich schob sie anschließend unter das Kinn, denn ich spürte sofort, dass ich wieder Atemnot bekam, was ich ihr auch mitteilte.

Mir wurde Blut abgenommen und ein EKG geschrieben. Die ganze Zeit ermahnte man mich wegen der Maske, die ich immer wieder herunternahm, weil ich spürte, dass mir schwindlig wurde. Ich sprach das auch immer wieder an. Danach schob man mich in ein „Überwachungszimmer“, wo mir ein EKG angehängt wurde, um mich zwei Stunden lang zu überwachen, denn meine Ohnmacht konnte mit meiner Herzfunktion zusammenhängen. Um halb zehn Uhr hatte ich schon solchen Hunger und Durst, dass ich nach der Schwester läutete. Ein Pfleger kam herein und meinte: „Wir haben da nix. Vielleicht ein paar Biskotten.“ Ich bekam dann einen Tee und fünf Biskotten!

Eine Stunde später kam ein Arzt, der mir mitteilte, dass ich aus medizinischer Sicht entlassen werden kann. Ich sagte dann, dass ich eine Hals-Nasen-Ohren-Begutachtung wünsche, woraufhin er süffisant meinte, dass das nicht notwendig sei, er hätte mit dem Kollegen telefoniert und ich bekäme sowieso keine FFP2-Freistellung. Ich bemerkte dann, dass ich selber Diplomkrankenschwester sei und genau wisse, wie es sich anfühlt, über acht Stunden diese Maske zu tragen, und wenn er nicht augenblicklich eine Überweisung schreibe, werde ich seinen Namen aufnehmen und für Konsequenzen sorgen. Nach wenigen Minuten hatte ich die Überweisung.

Ich musste trotz meiner schweren Nasenverletzung zu Fuß den Campus überqueren, obwohl ich mehrmals gesagt hatte, dass mein Kreislauf noch immer geschwächt sei. Ich bin den Weg ohne Maske gegangen, keiner sprach mich an oder ermahnte mich! Und ich hatte ohne Maske schon Schwierigkeiten, genug Luft zu bekommen.

In der Hals-Nasen-Ohren-Ambulanz am Schalter ging das Ganze wieder von vorne los. Ich wollte meine Zuweisung abgeben und mich anmelden, die Dame begann sofort: „Setzen Sie Ihre Maske auf!“ Ich weigerte mich und versuchte, meine Situation zu erklären. Die Dame fing immer laut zu schimpfen an und ich sagte: „Holen Sie bitte einen Arzt.“ Augenblicklich erschien eine ganz junge Ärztin mit den Richtlinien des Krankenhauses in der Hand, wo die Verpflichtung der FFP2-Maske mit Leuchtstift unterstrichen war. Sie sagte: „Wenn Sie nicht sofort die Maske aufsetzen, müssen Sie das Krankenhaus verlassen, Sie werden sonst nicht behandelt! Stellen Sie sich nicht so an, man bekommt genügend Luft durch die Maske. Patienten, denen es schlechter geht, tragen auch vorschriftsmäßig eine FFP2-Maske.“ Ich sagte, dass ich sofort ihren vorgesetzten Oberarzt sprechen möchte! Ob sie denn möchte, dass ich nochmals ohnmächtig werde, ob es ihr lieber sei, wenn ich mir noch mehr weh tue.

Nach fünf Minuten kam der diensthabende Oberarzt. Er hatte wieder eine OP-Maske dabei und bat mich, ich solle wenigstens den Mund-Nasen-Bereich bedecken. Ich versuchte wieder zu erklären, dass ich dann Atemnot bekäme und ich mich schwindelig fühle. Außerdem zeigte ich ihm das Foto aus meiner Wohnung, mit der Blutlacke, um zu zeigen wie viel Blut ich verloren hatte. Er wollte mich beschwichtigen, dass auch er die Maske aufsetzen muss, das Krankenhaus verlangt das. Und ich würde eh bald drankommen. Ich setzte mich danach ans Fenster und drehte mich so, dass keiner sehen konnte, dass ich die Maske wieder herunternahm. Ich kämpfte die ganze Zeit um Luft, denn mittlerweile bekam ich überhaupt keine mehr durch die Nase.

Als ich nach acht Leuten vor mir endlich aufgerufen wurde, war wieder eine andere Ärztin im Behandlungsraum. Sie verlangte sofort von mir, die Maske ordentlich hochzuziehen. Auf meine neuerliche Erklärung hin hob sie nur die Hände und sagte: „Ich kann dazu nichts sagen, ich soll Sie nur untersuchen!“ Sie meinte, wenn die Schwellung noch schlimmer wird, soll ich wiederkommen und die Strips auf der Nase nach zehn Tagen entfernen lassen.

Als ich die Befreiung ansprach, sagte sie, dass es dieses Formular im Krankenhaus nicht gibt, das muss der Hausarzt machen. Ich weiß aber ganz genau, dass diese Befreiung mittlerweile nur ein Facharzt machen kann. Sie könne das sowieso nicht entscheiden, meinte sie danach süffisant. Auch das anwesende diplomierte Personal tuschelte die ganze Zeit und ich merkte, dass sie alle über mich lästerten. Ich sagte noch einmal, dass ich ebenfalls Diplomkrankenschwester sei und acht bis zehn Stunden Dienst mache in einem Behindertenbereich, und ich genau wisse, wie anstrengend es ist, auch wenn man zu hundert Prozent gesund ist, aber ich momentan einfach keine Maske tragen kann!

Ich ließ nicht locker und verlangte, dass sie in den Arztbrief für die Hausärztin hineinschreiben muss, dass ich Schmerzen habe und diese Maske nicht aushalte. Sie schrieb eine „Empfehlung“, eine Woche keinen Druck auf die Nase auszuüben und dass ich in dieser einen Woche die FFP2-Maske nicht tragen solle.

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