Öffnet eure Herzen und steht auf!
17. Oktober 2020
Öffnet euer Herz

Es zerreißt mir das Herz,

wenn ich sehe, welch unfassbares Leid durch die Maßnahmen weltweit ausgelöst wurde und welche Folgeschäden langfristig noch kommen werden. Es reicht wohl das ganze Papier der Erde nicht aus, um die zahllosen Traumatisierungen aufzuschreiben, die derzeit rund um den Globus passieren, darum möchte ich eine einzelne Geschichte herausnehmen, die mich diese Woche besonders bestürzt hat: In Bayern herrscht Maskenpflicht in Schulen. Ein 12-jähriger Junge, der wegen schwerem Asthma ärztlich von der Maskenpflicht befreit und, da er auch Diabetiker ist, daher öfter auf die Toilette muss als ein normales Kind seines Alters, hat während des Unterrichts gefragt, ob er auf die Toilette kann. Der Lehrer bestand aber auf die Maskenpflicht und da sich der Junge nicht zu widersprechen traute, machte er kurz darauf vor der ganzen Klasse in die Hose, wurde ausgelacht und gehänselt. 

Dies ist nur eine kleine Geschichte, aber mit lebenslanger Wirkung!  

Es ist mir unverständlich, mit welcher Herzlosigkeit die Maßnahmen über unsere Gesellschaft gegossen werden und wie wenig öffentlicher Widerstand von den Behütern unseres Herzgeistes zu hören ist. Kirchen, spirituelle Institutionen oder karitativen Einrichtungen verhalten sich äußerst angepasst in Bezug auf die Maßnahmen und sind mit Kritik in der Öffentlichkeit sehr zurückhaltend. 
Was passiert hier? 

Mir ist es nicht verständlich, wie wenig Mitgefühl und Weisheit in der öffentlichen Betrachtung vorhanden sind. Alles wird umgedreht, um das weltweite Narrativ des Coronavirus zu untermauern, Wörter wie Empathie oder Solidarität werden missbraucht, um globalen Gehorsam einzufordern.

Diese Krise verdient einen anderen Namen, denn sie ist eine permanente Offenbarung. Es ist eine dauernde Offenbarung der Verstrickungen unserer Gesellschaft mit Profit- und Machtsucht. Egal auf welcher Ebene, ob Medizin, Wissenschaften, Medien, Internet oder Politik. Die Krise zeigt auf, wie wenig wahrhaftig unser Leben geworden ist, wie durchdrungen es von der Unwahrhaftigkeit ist, von der Betonung der Gier. Durch diese Verstrickungen ist von Mitgefühl und Weisheit wenig übrig geblieben. 

Das Triebmittel dafür ist die Angst, die alles aufsaugt. Die Angst vor dem Tod, vor Kontrollverlust, vor dem Gegenüber, vor allem vor Fremden und vor uns selbst. Es ist die Offenbarung der inneren Leere. Die unersättliche Gier und die Angst frisst alles auf und nimmt unserem Leben die Poesie.

Natürlich habe ich bemerkt, wie sich in den letzten 10 bis 20 Jahren die Gesellschaft von der Idee der Beziehung, des In-Beziehung-Kommens, des Gemeinsamen, entfernt hat und die Bedeutungssteigerung des Egos vorangetrieben wurde. In der Postulierung des Anthroprozäns hat es einen klaren Ausdruck gefunden. Das Zeitalter, in dem der Mensch den Ton angibt. Auf allen Ebenen wurde das Ego, das Ich gegenüber dem Wir, gestärkt und hervorgehoben. Viel habe ich darüber geredet, immer wieder, und versucht, dagegen anzugehen. In meinem sozialen Engagement war dies nicht schwierig, dort ist das Wir eine Grundvoraussetzung. In vielen interreligiösen Zusammenkünften haben wir darüber gesprochen, wie wir dieses Miteinander, die Tatsache, dass es im Leben mehr gibt als zum Beispiel Konsum, in die Gesellschaft zurückzubringen. 
Im beruflichen Umgang mit meinen Kunden habe ich ebenfalls oft versucht, die Beziehung in den Vordergrund zu stellen, denn auch dort ist sie eine Voraussetzung für Erfolg. Auch auf politischer Ebene wollte ich mich dafür einsetzen, aber bis auf Lippenbekenntnisse habe ich nicht viel gehört. 

Ich lebe seit vielen Jahren, seit unserem Konkurs, ausgelöst durch die letzte große Wirtschaftskrise und dem darauffolgenden wirtschaftlichen Neubeginn, in einer vollkommen unabhängigen Parallelwelt. Sie wird geformt durch meine intensive Zuwendung zur Zen-buddhistischen Praxis, die mich in die Priesterschaft geführt hat, durch meine ehrenamtliche Arbeit als Seelsorger in Gefängnissen und in einer Obdachloseneinrichtung. 

In meinem Brotberuf betreue ich fast ausschließlich kleine Geschäfte, oft irgendwo im Nirgendwo, mit einem exklusiven Angebot und einer sehr treuen Kundschaft. Wir haben keinen einzigen Kunden in einem Shoppingcenter, denn wie bei all meinen Unternehmungen, meinem ganzen Tun, ist die Beziehung das Wichtigste und ein Shoppingcenter funktioniert in der Anonymität, oder genau deshalb, durch die Anonymität, ganz einfach: durch die Beziehungslosigkeit.  
Beziehung bedeutet sich Raum geben füreinander, für das Gegenüber.

Dieses sich einlassen, in Kontakt kommen, sich gegenseitig berühren, sich wertschätzen, sich von Herz zu Herz zu begegnen, ist auf all meinen Ebenen gleich bedeutend, egal ob ich im Obdachlosenheim, im Gefängnis oder bei meinen Kunden bin.

Und genau dieses in Kontakt kommen wird mir, wird uns allen nun endgültig entzogen. Wir sollen Abstand halten und Masken tragen. Die Mimik, die über Jahrtausende unsere Entscheidung beeinflusst hat, ob unser Gegenüber Freund oder Feind ist und wir somit bleiben beziehungsweise fliehen, kämpfen oder uns totstellen, ist nicht mehr vorhanden. Wenn nicht eine tiefe innere Verbindung zu unserem eigenen Sein existiert, führt dies alle in eine große Verwirrung.

Es zerreißt mir mein Herz zu sehen, was alles rund um mich in die Brüche geht und ich frage mich ernsthaft, warum sich aus religiösen, spirituellen Kreisen noch kein Widerstand formiert hat, der dieser enormen gesellschaftlichen Wandlung etwas entgegensetzt!

Ich fordere hiermit alle Geistlichen aller Religionsgemeinschaften, alle Seelsorger, alle Menschen mit spirituellen Bezügen und alle im karitativen Bereich tätige Menschen auf, ihr Herz zu öffnen und alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Verantwortlichen an allen Stellen dazu zu bringen, die Maßnahmen zurückzunehmen bzw. in maßvoller Weitsicht zu gestalten, unter besonderer Berücksichtigung einer gesellschaftlichen Gesamtsicht, die alle Ebenen unseres Lebens miteinbezieht. 
Das heißt auch, die ganzen Restriktionen nicht auf einem PCR-Test aufzubauen, sondern auf transparenten, für alle verständlichen Kriterien wie Krankheitssymptomen, belegten Krankenhaus- und Intensivbetten sowie Sterbefällen. Immer im Verhältnis der relativen Zahlen mit den Absoluten, wie zum Beispiel der Gesamtanzahl der Krankenhaus- oder Intensivbetten. Alle Dashboards sind danach auszurichten. Weiters fordere ich dazu auf, sich jeweils nur auf die nationale Lage zu beziehen. 

Ich fordere einen verpflichtenden Kriterienkatalog für Berichterstattung in der Presse und in allen sozialen Medien, der die Panikmache und Hysterie unterbindet. Einen verbindlichen Wortkatalog, der die Kriegssprache und somit das Angstschüren beendet.

Ich kann verstehen, wie existenzielle Abhängigkeiten diese Aufforderungen unterbinden. Suchen Sie sich Gleichgesinnte, bilden Sie Gruppen, stehen Sie auf und machen sie dem Leiden ein Ende.
 

Aufgrund der dramatischen Folgen, auf fast allen Ebenen und dies weltweit, sind wir dazu verpflichtet, Haltung zu zeigen. Wir können nicht länger die Augen verschließen und uns unser altes Leben zurückwünschen! 

Öffnet eure Herzen und steht auf!

Shinko Andreas Hagn
Zenpriester, Seelsorger und Unternehmer, Wien

https://hagn.or.at
+43 676 790 62 30
andreas@hagn.or.at

PS:
Es geht hier nicht um Coronaverleugnung oder Verschwörungstheorie. SARS-CoV-2 kann für einige Menschen, vor allem für ältere, meist über 70-jährige und Menschen mit Vorerkrankungen, schwerwiegende Folgen haben. Das wird nicht geleugnet. Aber die Art und Weise, wie wir dem entgegnen ist unmenschlich, unethisch, teilweise verabscheuungswürdig, inakzeptabel, einfach zutiefst menschenverachtend!

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