Lebensgemeinschaft wird nicht anerkannt
23. November 2020

Meine Geschichte ist wohl etwas außergewöhnlich, aber auch sie ist eine Folge von Corona. Was ich erlebe, macht mich sehr verzweifelt und ratlos.

Mein Lebenspartner lebt in der Nähe von Berlin, er hat bei mir in Österreich seinen Zweitwohnsitz und er möchte zu mir ziehen, sobald er hier einen Job gefunden hat. Wegen der Entfernung und der hohen Kosten sehen wir uns leider nicht sehr oft. Wir haben uns schon während des ersten Lockdowns sehr lange nicht gesehen. Es hieß ja immer, keine Treffen mit Partnern und Familien außerhalb des eigenen Haushalts, plötzlich hat es dann eine Ausnahmeregelung gegeben, die angeblich schon immer bestanden hat, und bis letzte Woche Donnerstag gab es auf der Ministeriumsseite von Deutschland/Brandenburg noch den Hinweis auf eine Ausnahmeregelung für Lebensgefährten. Ehepaare, eingetragene Partnerschaften und Lebensgefährten durften sich sehen und waren von den Maßnahmen ausgenommen. Doch seit Donnerstag nachmittags gibt es diese anscheinend nicht mehr. Mein Partner hat beim Ministerium angerufen und wurde informiert, dass unsere Lebensgemeinschaft als solche nicht anerkannt wird. Wäre ich letztes Wochenende zu ihm geflogen, wie beabsichtigt, hätte ich mich testen lassen und zehn Tage in Quarantäne riskiert, was für und leider unmöglich ist, da wir beide unseren Job verlieren würden. Urlaub bekommen wir derzeit sowieso nicht. Unseren Jahresurlaub müssen wir uns gut einteilen, um uns so oft wie möglich zu sehen. Ich habe also meinen für 19.-22.11. gebuchten Flug einen Monat verschoben und auf die Zeit vom 25.12.-3.1. umgebucht. Ich hoffe sehr, dass ich dann fliegen kann! 

Es ist echt mühsam und für uns unverständlich, dass wir nicht als Lebensgefährten gelten. Wir sind beide keine 20 mehr, sondern 57 Jahre alt, da zählt jede Minute, die man miteinander verbringen kann! Das Ganze ist für uns eine sehr belastende Situation. Ich sehe es zwar als Probe für unsere Beziehung, bisher haben wir sie auch gut durchgehalten und das wird auch so bleiben, doch ob mein Nervenkostüm da noch lange mitmacht, ist eine andere Frage.

Der Virus kann kommen, ich bin völlig gesund und würde mit ihm fertig werden. Nur alles rundherum, diese völlig überzogenen Maßnahmen, die Einschränkung meiner persönlichen Freiheit, das ist echt schlimm! Die Impfung, die nicht gesund sein kann und wie ein Damoklesschwert über uns schwebt, das alles macht mir Angst. Ich habe mich vom Maskentragen befreien lassen, da ich es nicht ertrage, keine Luft zu bekommen, dafür werde ich in meiner Firma bereits schief angeschaut. Mein Chef versteht das überhaupt nicht, er akzeptiert es nur, wenn ich einen Schild trage. Um meine Ruhe zu haben, mache ich das jetzt, sobald ich mich von meinem Arbeitsplatz wegbewege. Außer beim Fliegen zum Ein- und Aussteigen habe ich noch nie eine Maske getragen, da ich der Meinung bin, sie hilft nicht und sie schadet meiner Gesundheit, weil ich nicht genug Sauerstoff bekomme. Ich werde zwar angesehen wie eine Verbrecherin oder so, als ob ich die Pest hätte, manchmal werde ich auch ganz schön angestänkert, doch in den Geschäften wird es akzeptiert. Es ist trotzdem eine sehr belastende Situation. Die Machtlosigkeit und die Gleichgültigkeit mancher oder sogar vieler Menschen: Das macht mir zu schaffen. 

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