Hilflosigkeit, Druck und Chaos in „kaputt gesparten“ Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien
30. November 2020

Ich arbeite als Psychiatrische Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und auch ich traue mich nur anonym meine Meinung zu äußern. Allein dieser Umstand beweist mir, dass etwas grundlegend nicht stimmt. Wenn keine Diskussion mehr zugelassen wird, haben wir uns von der Demokratie verabschiedet.

Im Pflegebereich wird nur mehr mit Druck und Drohungen und kaum noch mit Wertschätzung gearbeitet. Seit Jahren sind die Missstände in Altenpflegeheimen und Spitälern bekannt, die durch Zu-Tode-sparen entstanden sind. Niemand in der Politik hat sich ernsthaft dafür interessiert, stattdessen werden ausgebrannte Pflegepersonen angeprangert. Selbstanzeigen wegen Überlastung werden mit Drohungen unterbunden. Gerade im psychiatrischen Bereich und auch in der Betreuung von Menschen mit Behinderung merkt man zurzeit extrem stark, dass sowohl die Betroffenen als auch die Betreuenden im Regen stehen gelassen werden.

Das populistische Gerede von Tests und Strategien ist vollkommen unrealistisch, kaum etwas davon findet statt. Stattdessen muss man Menschen mit Behinderung tagelang absondern und mehrmals urgieren, warum nicht getestet wird. Dass Tests und Contact-Tracing und all die Vorgaben nicht mehr durchgeführt werden können, wurde lang und wird noch immer verschwiegen – eine Vielzahl an Tests ist einfach verschwunden und falsche Ergebnisse wurden genannt.
Das größte Verbrechen ist für mich aber die Angst- und Panikmache, das absichtliche Spalten und Isolieren der Bevölkerung. Die daraus entstehenden Schäden werden uns noch über Jahre begleiten. Ich maße mir nicht an, Lösungen zu haben, ich leugne auch auf keinen Fall das Vorhandensein einer gesundheitlichen Gefahr, aber in unserer Regierung werden Menschen (Experten eingerechnet) fürstlich für ihren Job bezahlt und die Umsetzung bestand bisher nur aus Verunsicherung, menschenverachtender Kommunikation und unkoordiniertem Handeln. Zum krönenden Abschluss kommen angeblich „freiwillige Tests“ und die in den Raum gestellte Impfpflicht.

Ich würde mich grundsätzlich als sehr geerdet und stabil bezeichnen, bemerke aber momentan sehr viel Wut und Machtlosigkeit und auch Hilflosigkeit, denn sollte es zur Impfpflicht kommen, weiß auch ich nicht, ob ich nicht lieber kündigen sollte. Es tut gut, die Empfindungen anderer auf dieser Plattform zu lesen, denn wir sind soziale Wesen und werden gerade zu einem Leben entgegen unserer Natur gezwungen.

26.11.2020

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