Die Schule – ein Unort
13. November 2020

Situation in der Schule, Bundesrealgymnasium in Tirol, Oberstufe im „Distance Learning“: Ca. 220 Schüler der Unterstufe, sehr viele Klassen sind vollzählig, in ein paar Klassen (ca. 7 an diesem Tag) fehlen 1-3 Schüler, mehrheitlich sind sie als K 1 symptomlos daheim. Alle Lehrer, die an diesem Tag unterrichten, sind auch in der Schule, niemand ist krank oder in Quarantäne. Die Schüler wissen nicht, ob sie am Montag in die Schule kommen können oder nicht. Es herrscht eine unwirkliche Stimmung. Wie vor den Ferien wird alles zusammengepackt, aber ohne Ferienstimmung. Ich lasse die Schüler an diesem Tag viel reden, wir sind viel draußen. Ich sag ihnen, dass, falls sie im Distance Learning zu viele Aufgabe bekommen, sie sich unbedingt bei den Lehrern melden müssen. Sie sagen, das habe noch niemand zu ihnen gesagt. Eine sehr ängstliche Kollegin weist mich zurecht, dass ich meine Maske nicht richtig trage, den Schülern müsse sie es auch sagen, dass sie die Maske über der Nase tragen müssen. Ich sage ihr, dass ich maskenbefreit bin, aber nicht diskutieren wolle und deshalb eine trage, wenn ich am Gang bin. Im Schnitt unterrichten 8 von 10 Lehrern mit Maske, mir zeigt das, wie angstbesetzt so viele Lehrer sind. Im Konferenzzimmer herrscht schon seit langem eine sehr unkollegiale Stimmung. Fast niemand spricht mehr miteinander. Kaum ein Grüßen mehr. Kaum Gespräche. Hab mir niemals gedacht, dass diese Schule zu solch einem Unort werden würde.

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