Der Corona-Wahnsinn einer berufstätigen Mutter
25. April 2021
von Sabine Blaha

Ich bin Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern, sechs und acht Jahre alt. Zusätzlich bin ich vollzeitbeschäftigt im Gesundheitswesen und mein Lebensgefährte – Vater der Kinder – im Transportgewerbe. Unsere beiden Berufe gelten seit der Coronakrise als systemrelevant. So kam es auch, dass wir beide im Mai 2020 unseren Berufspflichten nachkommen mussten und unsere zwei Kinder als einzige in der ganzen Gemeinde bis Ostern Betreuung benötigten. So wurde uns schon damals, durch Anfragen anderer Mütter, ob wir die Kinder nicht anderwärtig betreuen könnten, ein schlechtes Gewissen vermittelt. Nein, das konnten wir nicht; meine Eltern und Geschwister leben im Ausland, 350 km entfernt, und die Grenzen waren geschlossen. Die Eltern meines Lebensgefährten sind über 80 Jahre alt und in schlechtem gesundheitlichem Zustand. Sonst gibt es niemanden.

Die Maßnahmen der Regierung fanden wir damals trotzdem angemessen und wir hinterfragten sie nicht. Wir hielten uns an alle Verordnungen und erklärten auch unseren Kindern, dass die Einschränkungen nur kurze Dauer haben werden und wir es schaffen würden.

Als im September der Schulaltlag anfing, waren wir froh, dass die Normalität einigermaßen zurückkehrt war. Trotz Masken und Desinfektion, Abständen und eingeschränktem Unterricht. Ich traf auf erste Widersprüche, als den Eltern bei einem Elternabend die Hände mit einer Sprühflasche, ohne Etikett und Namen des Produktes, ohne Anbruchs- oder Ablaufdatum und ohne irgendwelche Herstellernamen, die Hände besprüht wurden. Daraufhin fragte ich, ob dies auch bei den Kindern so gemacht würde. Die Direktorin der Schule erklärte stolz, dass das mehrmals am Tag der Fall sei und die Flaschen von der Gemeinde kämen. Daraufhin merkte ich an, dass ich nicht wünsche, dass meine Kinder mit einer Sprühflasche und irgendeiner Ethanol-Lösung besprüht werden, da die entstehenden Aerosole die Schleimhäute der Kinder beschädigen und bei Langzeitanwendung sogar Atemwegserkrankungen verursachen können, bis hin zu COPD. Die Klassenlehrerin meinte, ich

bräuchte keine Angst zu haben, die Kinder hätten ja Masken auf.

Stoffmasken! Danach fragte ich, wie sie die Augen der Kinder schütze. Da gab es keine Antwort. Ich gab meinen Kindern eigene Desinfektionsflaschen mit, Sterillium der Firma Hartmann, da weiß ich zumindest, dass es sich um ein Qualitätsprodukt handelt. Einige Tage später sprach mich die Klassenlehrerin – sie ist die beste und liebevollste Lehrerin, die ich kenne – meines Sohnes an und sagte, es stehe darauf, dass dies nicht in die Hände von Kindern gelangen dürfe. Nachdem ich ihr gesagt hatte, dass kein Desinfektionsmittel in die Hände wie auf die Hände der Kinder gelangen sollte, da die natürliche bakterielle Flora gestört wird und die Kinder anfälliger für verschiedene, trotz Corona noch immer vorhandenen Keime, werden.

Wichtig sei auch die richtige Menge des Mittels sowie die richtige Anwendung. Sie wurde sehr nachdenklich. Ich fragte, ob die Lehrer Hygieneschulungen bekämen, zumindest Unterweisungen im Umgang mit Desinfektionsmitteln, oder eine Hygieneansprechperson hätten, was sie verneinte. Als ich vor Kurzem erfuhr, dass eine Freundin mit ihrem Sohn in die Augenklinik musste, weil ihrem Kind beim Pumpen das Desinfektionsmittel in die Augen gelangt war und er jetzt an einer Hornhautverätzung litt, war ich sprachlos. Kein Lehrer war zu dem Zeitpunkt in der Klasse und die Flaschen standen einfach auf dem Waschbecken. Dies bestätigten auch meine Kinder.

Wir sprechen hier von Volksschulkindern, die durch ihre noch eingeschränkte Fähigkeit, Gefahren zu erkennen und abzuschätzen, auf verschiedene Ideen kommen. Zu Hause werden sogar Spülmittel für Kinder unerreichbar aufbewahrt, aber in der Schule steht ein hochgefährliches, ätzendes Mittel unbekannter Herkunft (schließlich bekamen wir Eltern nie die Sicherheitsdatenblätter oder Beschreibungen zu sehen) einfach griffbereit herum und die Kinder können damit hantieren, wie sie wollen! Lehrkräfte wurden nie in Händehygiene und die richtige Anwendung von Desinfektionsmitteln unterwiesen. Ich bitte alle Eltern, darüber nachzudenken, welcher Gefahr ihre Kinder täglich ausgesetzt sind. Nicht durch die sinnlosen Stoffmasken und Tests, sondern durch die Umsetzung der Hygienemaßnahmen, durch nicht fachlich geschultes Schulpersonal!

Am Abend des 18.01.2021 kam plötzlich meine Tochter zu mir und sagte ängstlich: „Mama, ich habe nicht gestört, ich habe nichts gemacht, ich bin nur in der Klasse gesessen und habe geschrieben, und dann kam die Stellvertreterin der Direktorin und sagte, ich muss meine Sachen mitnehmen und mit ihr gehen.“ Sie wurde zu ihrem Bruder und der Schulassistenz gebracht. Den Rest des Tages musste sie dortbleiben. Sie wiederholte immer wieder, sie habe nichts falsch gemacht und weder sie noch ihr Bruder wussten, was los war. Ich rief die Klassenlehrerin an, die mir erklärte, dass ihnen Videomaterial zugespielt worden war, auf dem meine Tochter, mein Sohn und der Vater der beiden beim Demo-Spaziergang am 17.01. zu sehen seien. Meine Tochter hatte dort eine Maske getragen, nur mein Lebensgefährte und mein Sohn nicht. Auch der Abstand wurde eingehalten, es war klar zu sehen, aber das interessierte sie nicht. Meine Tochter wurde einfach abgesondert.

Ich fragte, warum ich, die Erziehungsberechtigte, nicht informiert worden war und bekam die Antwort: „Was haben Sie sich gedacht, wenn sie dort mit 700 Menschen spazieren gehen! Wir betreuen ihre Kinder, aber wir müssen sie dann von anderen absondern, es sei denn, sie machen einen Test und schicken mir ein Foto davon.“ Ich testete meine Tochter mit dem AG-Schnelltest und schickte ihr diese Fotos. Mein Kind durfte am nächsten Tag am Unterricht teilnehmen. Vergeblich wartete ich am Folgetag auf den Anruf der Schuldirektorin, die mir erklärte, warum mein Kind abgesondert und in Angst versetzt und weder das Kind noch ich über die Gründe informiert worden waren.

Eine Schulassistenz, die vom Land einem Kind zugewiesen wurde und die für die Betreuung dieses Kindes bezahlt wird, ist kein Abstellplatz für Kinder, die eine potenzielle Gefahr aus der Sicht der Lehrer darstellen! Diese lächerliche Maßnahme mit Testung widerspricht jeder Logik. Es wurde nur ein Test von meiner Tochter, die sichtbar eine Maske trug, verlangt, nicht aber von meinem Sohn, der dort ohne Maske zu sehen war. Hätte sich meine Tochter oder jemand aus meiner Familie an diesem Sonntag mit Corona angesteckt, wäre die Viruslast noch so niedrig, dass am Montag der Test in jedem Falle negativ gewesen wäre. Erst ein paar Tage später wäre der Test positiv, aber seitens der Schule wurden keine Testungen mehr verlangt. Zu diesem Zeitpunkt haben die Schulen selbst auch noch nicht getestet. Die Lehrkräfte haben kaum Wissen auf dem Gebiet der Mikrobiologie. Sie denken weder an die Inkubationszeit noch an die möglichen Wege der Verbreitung der Krankheitserreger. Sie fühlen sich sicher, wenn Kinder Stoffmasken aufsetzen, durch deren Gewebestruktur eine Raupe schlüpfen könnte, geschweige denn ein Virus! Abgesehen davon: Keime lieben Feuchtigkeit und Wärme, die feuchten Stoffmasken sind der beste Nährboden.

Abgesehen von der Fehlerquote dieser Tests handelt es sich immer nur um eine Momentaufnahme. Es kann nicht sein, dass der gleiche Test bei Besuchern von Pflegeheimen 24 Stunden gültig ist, beim Frisör 48 Stunden, bei unseren Kindern am Montag ebenfalls 48 Stunden und am Mittwoch 72 Stunden und bei den Lehren gilt er sowieso sieben Tage! Aber auch das reicht nicht, um den Pädagogen die Sinnlosigkeit solcher Maßnahmen zu erläutern. Sie fühlen sich damit sicher – traurig genug.

Vor drei Wochen gab es einen positiven Fall in der Klasse meines Sohnes. Am Samstag wurden wir von der Behörde kontaktiert, die Kinder bekamen alle einen Verkehrsbescheid. Am Sonntag kam eine Nachricht, dass er um 11 Uhr in die Teststraße kommen muss. Gesagt, getan. Nach der Ankunft Zuhause kam erneut ein Anruf der Behörde, jetzt musste auch meine Tochter zum Testen, da das Kind ebenfalls in der Nachmittagsbetreuung war. Ich fragte, warum ich dies nicht schon gestern erfahren hätte, schließlich war ich gerade mit meinem Sohn testen. Die Antwort lautete, dass die Schuldirektion nur Namen schicke, aber nicht erwähne, ob Geschwisterpaare darunter seien. Obwohl ich ausdrücklich sagte, dass ich von 8 bis 16 Uhr berufstätig bin und eine Stunde in die Teststraße und eine Stunde wieder zurück in meinen Betrieb brauche, wurde mir ein Termin am Dienstag um 10:30 gegeben. Telefonate, Diskussionen, danach wurde die Testung vom Roten Kreuz zu Hause ab 15 Uhr vereinbart. Diese kamen jedoch am nächsten Tag um 12:00 und erklärten mir telefonisch, sie können es nicht anders einrichten. Ich auch nicht. Also antworteten sie, dass sie es zurück an die Behörde gäben. Seitdem hat sich niemand mehr gemeldet. Also war die Testung nicht so wichtig. Allerdings haben wir noch am Sonntag eine Nachricht der Elternvertretung erhalten: „Ich habe gerade mit der Direktorin gesprochen. Bezüglich des Schulbesuchs finde ich es unverantwortlich, wenn die Kinder ohne Testergebnis kommen!“ Sie fände es gut, wenn wir die Kinder geschlossen zu Hause ließen.

Dies konnte ich mir nicht erlauben, ich arbeite in einem systemrelevanten Betrieb. Und ich bin schon wieder abgestempelt: Die Rabenmutter, der ihr Job wichtiger ist als die Gesundheit ihrer Kinder. Welche Gesundheit? Meine Kinder sind gesund und waren das fast immer. Und ich? Ich bin Steuerzahlerin. Ich gehöre zu denen, die dafür sorgen, dass dieses System funktioniert! Ich bin die, die sich beruflich um das Wohl und die Gesundheit der Mitbürger sorgt. Die deren Bedürfnisse stillt und ihnen zuhört, die dafür sorgt, dass medizinische Anordnungen ordnungsgemäß durchgeführt werden, dass Hygienemaßnahmen und Verordnungen umgesetzt werden, dass die Versorgung der Pflegebedürftigen funktioniert! Und dann lese ich, dass ich unverantwortlich handle. Meine Kinder brauchen keine PCR-Tests und zusätzliche freie Tage. Was sie brauchen sind Strukturen, Bildung und soziale Kontakte!

Die Kinder hatten alle gleichzeitig Kontakt zu dem betroffenen Mitschüler. Verkehrsbescheide für die Kinder wurden von der gleichen BH ausgestellt. Trotzdem galt dieser bei manchen Kindern bis zum 05.03., bei anderen bis 06.03., und bei wieder anderen bis zum 07.03. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man auf der BH würfelt.

Nachdem bei meiner sechsjährigen Tochter die Handrückenhaut stark gerötet undauf den Knöcheln rau und eingerissen war, habe ich die Lehrerin kontaktiert. Meine Tochter muss ihre Hände zurzeit nicht desinfizieren. Mein Sohn verbraucht fünf bis sechs Masken am Tag, weil er sie vollsabbert und durch ständiges Angreifen schauen sie aus, als hätte er damit den Boden geputzt.

Ich selbst lebe in ständiger Angst. Angst, in der Arbeit falsche Entscheidung zu treffen und durch den Müll der Medien gezogen zu werden. Angst vor einem unkontrollierbaren Ausbruch des Virus in meinem Betrieb. Angst, einem Sterbenden die Hand zu halten und zu wissen, dass er sein Urenkerl nicht mehr sehen und im Arm hatte halten können. Angst, zu spät zu reagieren, etwas zu vergessen oder zu übersehen. Angst, angerufen zu werden, dass ich meine Kinder sofort holen muss, weil es einen Verdachtsfall gibt. Angst, dass meine Kinder Bildungsdefizite haben werden; Angst, dass die regelmäßige Anwendung der Billigdesinfektion Schäden verursacht; Angst davor, dass unser Land weitere Milliarden für unnötige Tests und FFP2-Masken ausgibt und wir die Schulden in den nächsten fünf Generationen nicht begleichen werden können.

Ich fahre um 07:00 Uhr arbeiten und komme um 17-17:30 nach Hause. Ich habe keine Zeit, um mit meinen Kindern zu spielen, ihnen ein Buch vorzulesen, mit ihnen zu blödeln, etwas zu backen oder spazieren zu gehen. Ich kontrolliere ihre Hausaufgaben, wir bessern sie aus, wir üben Ansagen, ich richte ihre Schultaschen, ihre Kleidung und die Jause für den nächsten Tag, bereite ausreichend Masken vor, schicke die Kinder duschen, richte etwas zu Essen und schicke sie ins Bett. Dann ist noch die Wäsche da, Geschirr, der ganze Haushalt. Ich habe keine fünf Minuten für mich. Ich bin müde, müde von diesem Leben, das meine Kinder unruhig und traurig stimmt, müde, ihnen täglich zu erklären, was sie dürfen und was nicht, müde, ihre Vorschläge für Freizeit mit Corona-Maßnahmenerklärungen zu beantworten. Ich fühle mich wie eine schlechte Mutter.

Ich mag nicht mehr jeden Monat hohe Abzüge auf meinem Lohnzettel sehen und gleichzeitig wissen, dass meine Arbeit in der heutigen Gesellschaft nicht anerkannt wird, eher wird man abwertend angesehen, weil man seine Kinder nicht jederzeit zu Hause lassen kann. Ich mag die unnötigen Maßnahmen der Regierung nicht länger mitfinanzieren und meine Kinder für ihre Zwecke missbrauchen. Ich mag meiner Tochter nicht mehr die Tränen vom Gesicht wischen und sagen: „Halte durch, irgendwann brauchst du die Maske nicht mehr.“

Ich mag meinem Sohn nicht erklären, warum es falsch ist, seine Jause mit anderen Mitschülern zu teilen. Ich mag nicht mehr sagen, dass irgendwann alles besser wird. Kinder kennen kein Irgendwann, sie leben im Hier und Jetzt. Und sie wollen ihre Freunde umarmen, zu fünft in der Nestschaukel liegen, ihre Jause teilen und dabei herzlich lachen, sich am Boden wälzen und singen, laut schreien und uneingeschränkt leben. Sie haben es verdient.

Ich habe beschlossen, meinen Beruf aufzugeben. Es fiel mir schwer, aber ich kann und will nicht mehr. Meinen Kindern geht es nicht mehr gut, mir geht es nicht mehr gut und meinem Lebensgefährten geht es nicht mehr gut. Mein Wunsch: Ein Leben, das wir und unsere Kinder verdient haben. Ohne Angst, Panikmache, Spaltung der Gesellschaft und machtgierige Politiker.

Wir wollen leben! Wir müssen etwas bewegen!

Bild

José Navarro / Flickr

Sabine Blaha

Sabine Blaha ist seit 2002 in Österreich als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin tätig. 2018 absolvierte sie die Ausbildung für Führungskräfte laut §72 GuKG und arbeitete bis 31.März 2021 als Pflegedienstleitung. Sie lebt in Lebensgemeinschaft und hat zwei Kinder.

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