Plattform RESPEKT

Für Freiheit, Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit

für Freiheit, Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit

für Freiheit,
Grundrechte
und Rechtsstaatlichkeit

Meldungen der Woche – KW 31/22

Wann implodiert das Schulsystem?

In Zeiten des „dislozierten Unterrichts“ (Kinder durften auf Wunsch bzw. mussten aufgrund von Quarantänevorschriften dem Schulunterricht fernbleiben und zuhause lernen) als eine der Maßnahmen des Corona-Regimes, ist vielen Eltern bewusst geworden, wie das österreichische Schulsystem tickt, u.a. welche Inhalte vermittelt werden, unter welchen Bedingungen schulisches Lernen erfolgt und wie Lehrende mit den Lernenden umgehen. Das war einer der Gründe, warum einige Eltern entschieden haben, im abgelaufenen Schuljahr die verfassungsrechtlich garantierte Möglichkeit zu nutzen, ihren Nachwuchs zum häuslichen Unterricht abzumelden. Mit dieser Abmeldung von der Schule ist auch die Forderung nach einer Gleichwertigkeitsfeststellung in Form einer Externistenprüfung verbunden. So sehen das zumindest die zuständigen Behörden. Und um den Eltern vor Augen zu führen, dass diese Aufgabe gar nicht so einfach ist, wurden mit einem Mal die Bedingungen für diese Leistungsfeststellungen verschärft. So durfte plötzlich die Prüfungsschule nicht mehr selbst gewählt werden, sondern den Externistenschülern wurde eine Schule zugewiesen; auch die bis zum Vorjahr mit dieser Prüfungsschule zu vereinbarenden Stoffgebiete wurden auf Weisung der Bildungsdirektionen auf den gesamten Jahresstoff pro Fach ausgeweitet. Zudem wurden die Prüfungstermine auf nur wenige Tage im Juni beschränkt, was bei 8 bis 12 Fächern in der Mittelstufe den Stresspegel bis zum Unerträglichen steigerte. Zuletzt wurde auch die Frist für diese Abmeldung für das kommende Schuljahr vom letzten Tag des Schuljahres (also dem letzten Ferientag) auf den letzten Unterrichtstag vorverlegt, gleichzeitig gab der Bildungsminister bekannt, dass die Bedingungen unter denen der Unterricht im Herbst stattfinden würde, erst mit Ende August bekannt gegeben würden.

Auch der österreichische Staatsfunk, namentlich das Landesstudio Tirol, hat sich nun dieser Thematik angenommen. Unter dem Titel „Schulboykott: Wenn Heimunterricht versagt“ werden in tendenziöser Weise alle, die diesen Weg für ihre Kinder gewählt haben, gleich im Header als Menschen bezeichnet, die „ihr Kind auf eigene Faust … unterrichten, um die CoV-Schulmaßnahmen zu umgehen“. Es wird vor allem von den Schwierigkeiten geschrieben, in die junge Menschen dadurch gebracht werden, von einer weiteren Verschärfung der Regeln ist die Rede und auch von saftigen Strafen, die jenen drohen, die nicht zur nötigen Abschlussprüfung angetreten sind bzw. ihre Kinder „illegal“ von der Schule und den so wesentlichen sozialen Kontakten fernhalten. Gleichzeitig wird vor allem in Wien über den grassierenden Lehrermangel gejammert, die Zulassungsbedingungen für die Unterrichtsbefähigung werden ins Bodenlose nach unten geschraubt und auch das Lehramtsstudium soll wieder verkürzt werden, um genug Lehrende zu haben. Außerdem wird davon geredet, dass im Herbst rund 50.000 Schüler von aus der Ukraine geflohenen Familien in Österreichs Schulen einen Platz brauchen.

Es gäbe also intelligentere Lösungen als jene zu piesacken, die das Schulsystem entlasten, in dem sie ihre Kinder selber durchs Schuljahr begleiten. Nun gut, Systeme und die für sie verantwortlichen Bürokraten gehen eben lieber so lange ihren Weg, bis sie das Ganze zerstört haben. Und dieses Schulsystem steht mehr oder weniger kurz vor der Implosion.

Zählt ein Tod mehr als ein anderer?

Seit kurzem geistert ein „heißes“ Thema durch die Medien, das von diesen, aber auch von einer wachsenden Zahl von Politikern von Tag zu Tag weiter hochgekocht wird. Nach dem mittlerweile auch von den Behörden bestätigten Freitod einer in Oberösterreich bekannten Ärztin wird diese postum von verschiedenen Seiten instrumentalisiert. Die einen tun dies, um einmal mehr auf jene zu zeigen, die mit den immer noch laufenden und für den Herbst verschärft drohenden Coronamaßnahmen und einem eventuellen Impfzwang durch die Hintertüre nicht einverstanden sind. Mit dem Stehsatz, dass sie „monatelang von Impfgegnern“ bedroht wurde, werden alle impfkritischen Menschen mit in die Verantwortung für ihren Suizid genommen. Differenzierter an dieses tragische Ereignis geht ein aktueller offener Brief an das Ereignis heran. Das Motiv für die Tat ist nicht bekannt, da die vorliegenden Abschiedsbriefe nicht veröffentlicht werden. Den bisher an die Öffentlichkeit gedrungenen Erkenntnissen der polizeilichen Ermittlungen zu Folge, gibt es mehrere Szenarien in Bezug auf die Bedrohungslage. Es handelt sich also bei den von dieser Seite nunmehr ins Spiel gebrachten Gründen ausschließlich um Spekulationen. Andererseits sah sich die Partei MFG dazu veranlasst, in einer Stellungnahme „die Offenlegung der Abschiedsbriefe der Kollegin und mehr Informationen über die genauen Umstände ihres vorangegangenen Suizidversuchs“ zu fordern, „denn die Frau hatte offenbar schon lange psychische Probleme und war in ihrer Opferrolle gefangen.” Zudem wird verlangt, dass der Bundespräsident „bei den vielen Impftoten auch einen Kranz niederlegen möge und ein Fürsprecher jener Jugendlichen wird, die seit den vielen Lockdowns psychische Probleme haben und sogar suizidal sind und nun keinen Kassen-Platz für psychotherapeutische Versorgung erhalten. Und die Kerzerlprozession sollte auch dort hilfreich zur Stelle sein, wo Menschen durch die Corona-Maßnahmen alles verloren haben, wo Menschen mit schweren Erkrankungen nicht mehr behandelt wurden und Alte einsam im Spital und Heim sterben mussten.”

GOOD NEWS

Selbstbestimmte Bildungswege sind möglich

Im Zuge der Verschärfung der Bedingungen für den so genannten häuslichen Unterricht haben sich Eltern, Lernende und Lehrende zusammen geschlossen und zahlreiche Initiativen zur Unterstützung von selbstbestimmt Lernenden und deren Eltern ins Leben gerufen. Die hier in diesem Beitrag angeführten Gruppen sind nur Beispiel für eine stetig wachsende Zahl von gleichartigen Bewegungen, die sich mittlerweile auf ganz Österreich erstrecken.

Der Bildungsverband Pandora etwa „vertritt die gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder (Vereine/Institutionen) und schafft einen eigenen Rahmen dafür. Die Idee und Vision ist es, eine natürliche, kreative und nachhaltige Entwicklung im Bildungswesen zu fördern und zu erforschen.

Wenn junge Menschen individuell und vor allem intrinsisch motiviert und frei, Bildung mit Freude erleben dürfen, finden sie heraus, dass alles in ihnen selbst ist.

Von den dort Verantwortlichen wurde auch die so genannte Reifegrad-Reflektion entwickelt, die als Modell zu Gleichwertigkeitsfeststellung des häuslichen Unterrichts etabliert werden soll und heuer schon von etlichen Homeschooler-Familien in Anspruch genommen wurde.

Eine der schon „älteren“ Lerninitiativen bietet der Verein WINGS, der seit 2015 besteht, mit seinem seit 2018 existierenden Online-Angebot für junge Menschen im Pflichtschulalter. Seit dem Vorjahr ist es auch möglich, im Rahmen der High-School eine Hochschulreife oder eine Studienberechtigung zu erlangen. Im Rahmen eines über die ganze Woche aufgeteilten Stundenplanes haben die Lernenden die Möglichkeit, sich Inhalte der jeweiligen Bildungsstufe mit Unterstützung von Lernbegleitern anzueignen. Präsenztreffen in der jeweiligen Region sowie bei den einmal im Monat stattfindenden Gemeinschaftswochenenden und den Camps am Anfang und am Ende jedes Schuljahres runden das Angebot ab.

Weiter Informationen zu Bildungsalternativen sind hier zu finden.

Teilen:

Newsletter

Neueste Beiträge

Aktueller Kommentar

Newsletter