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Die Welle der Ungeimpften – ein Statistik-Kaleidoskop

Zusammenfassung

  • Ein Impfdurchbruch gilt als Impfnebenwirkung und muss, wenn er bemerkt wird, von den Ärzten gemeldet werden. Aber nicht jeder Impfdurchbruch wird als solcher erkannt und gemeldet und nicht jeder Impfdurchbruch muss mit einer Krankenhauseinweisung enden.
  • Auf den Covid-Normalstationen liegen 38 Prozent vollständig geimpfte Personen, auf den Intensivstationen liegen 12 Prozent vollständig Geimpfte (Stand 14.10.2021).
  • Die  Teilmenge der Ungeimpften besteht tatsächlich aus Ungeimpften wie auch aus Teilgeimpften und solchen, die voll geimpft sind und bei denen sich, aus welchem Grund auch immer, der Immunschutz noch nicht aufgebaut hat. 
  • Die dänischen Behörden haben veröffentlicht, dass es innerhalb von 14 Tagen nach der ersten Impfung, ein relativ hohes Risiko gibt, dass man sich infiziert.
  • Der Impfschutz wirkt offenbar nur ein halbes Jahr und ist ab August massiv eingebrochen. Von insgesamt 27.935 symptomatischen Coronafällen waren bereits ein Viertel Impfdurchbrüche. Im aktuellen Monatsbericht vom 2.11. liegt dieser Wert bereits bei 40 Prozent.
  • Es könnte eine hohe Dunkelziffer über symptomlose Corona-Positive geben, die geimpft sind. 
  • Aus Wochenberichten der UK Health Security Agency geht hervor, dass ab einem Alter von 30 Jahren die vollständig geimpften Personen ein deutlich höheres Infektionsrisiko haben als Ungeimpfte. Die hohe Anzahl an Impfdurchbrüchen in der Altersgruppe 18-59 in Österreich bestätigt die Beobachtungen aus Großbritannien.
  • Von 670.903 Genesenen haben sich 903 Personen wieder infiziert. Das sind 0,1 Prozent. Nur neun davon sind an oder mit Corona gestorben (Zeitraum: 1. März 2020 bis 31. August 2021). Zum Vergleich: Seit Beginn der Impfkampagne im Februar diesen Jahres gibt es bei 5.388.859 vollständig Geimpften insgesamt 35.675 Fälle von symptomatischen Impfdurchbrüchen. Das sind 0,6 Prozent, also sechs Mal mehr.

August und September waren geprägt vom Mantra der “Welle der Ungeimpften”.  Dieses Mantra wird brüchig, aber trotz der massiven Anzahl von Impfdurchbrüchen werden die aktuellen hohen Infektionszahlen den Ungeimpften zugeschrieben. Hat es jemals eine Welle der Ungeimpften gegeben und sind die Geimpften wirklich so gut geschützt?

In meinem Wohnbezirk Ottakring steht eine Kirche, an deren Pfarrhaus hing im September ein Plakat. “Liebe dich selbst und deinen Nächsten” steht darauf mit dem Foto von einer Spritze, die gerade in einen Arm sticht. Es ist in der Corona-Zeit besonders interessant zu beobachten welche unheiligen Allianzen sich plötzlich bilden. Kirche, Politik und Medien, ausgerechnet diese drei Pole, die unter normalen Umständen keine Berührungspunkte haben, außer bei Dompfarrern, die gerne in Seitenblicke-Kameras grinsen oder wenn pensionierte Politikerinnen in der Kirche dem Missbrauch auf den Grund gehen sollen, beschwören plötzlich die Impfung als Akt der Solidarität. Wobei erstere sogar ihre heiligen Hallen für die Verabreichung des pharmazeutischen Mannas zur Verfügung stellt.  Wie konnte es soweit kommen?

Bei einer Pressekonferenz am 8. September stellt die Regierung die neuen Corona-Maßnahmen vor. Der damalige Bundeskanzler Sebastian Kurz warnt eindringlich. “Was wir im Moment erleben ist eine Pandemie der Ungeimpften. Die Masse der Menschen, die sich anstecken sind nicht geimpft. Die Masse derer, die im Spital behandelt werden müssen sind nicht geimpft. Und ich möchte das noch einmal in aller Deutlichkeit sagen, weil es ist wichtig dass man den Leuten reinen Wein einschenkt, wer sich nicht impfen lässt, wird sich anstecken.”

Diese angebliche „Vierte Welle der Ungeimpften“ macht daraufhin fast jeden Tag Schlagzeilen. „Nur Ungeimpfte auf Intensivstation des AKH“ titelt die Gratiszeitung „Heute“ einmal  im September. Im Oktober kommen von KURIER und KRONE neue Horrrmeldungen über Krebs-Operationen, die verschoben werden müssen, wegen all der Ungeimpften, die die Intensiv-Stationen blockieren. Dass Intensivstationen auch ohne Corona immer voll ausgelastet sind und Operationen deswegen immer herumgeschoben werden müssen, davon spricht in der allgemeinen Hysterie niemand.  Intensivstationen müssen voll sein, sonst würde sich ihr Betrieb nicht rechnen (siehe dazu auch meinen Bericht über die Intensivbettenauslastung im Osterlockdown). Wie groß ist aber nun diese Welle der Ungeimpften? Es ist wie bei allen Sachverhalten, die sich um Corona drehen, eine Frage der Perspektive und hängt vor allem davon ab, wie man vorhandene Statistiken liest und interpretiert. Ich würde hierfür gerne als Metapher das bunte Kaleidoskop heranziehen. Werfen wir also einen ersten Blick in das Statistik-Kaleidoskop. 

In engem Zusammenhang mit der “Welle der Ungeimpften” steht die Zahl der so genannten Impfdurchbrüche. Dabei handelt es sich um Personen, die trotz Corona-Impfung an Corona erkranken. Diese Zahl der Impfdurchbrüche wird von offizieller Seite gerne nach Belieben interpretiert.  Ein Impfdurchbruch gilt als Impfnebenwirkung und muss, wenn er bemerkt wird, von den Ärzten gemeldet werden. Aber nicht jeder Impfdurchbruch wird als solcher erkannt und gemeldet und nicht jeder Impfdurchbruch muss mit einer Krankenhauseinweisung enden. Da die Impfung aber als Allheilmittel gegen die Pandemie angepriesen wird, wäre es wichtig ein klares Bild davon zu haben, ob die Impfung wirklich das hält, was sie verspricht.  Am 14. Oktober bekomme ich nach meiner Anfrage im Namen eines großen österreichischen Medienhauses aus dem Gesundheitsministerium die aktuellen Zahlen für ganz Österreich dazu. 218 Patienten liegen zu diesem Zeitpunkt auf Covid-Intensivstationen, 27 davon sind vollständig geimpft, 191 sind nicht vollständig geimpft. Auf Covid-Normalstationen liegen 663 Personen, 253 davon sind vollständig geimpft, 410 sind nicht vollständig geimpft. Auf den Covid-Normalstationen liegen also 38 Prozent vollständig geimpfte Personen, auf den Intensivstationen liegen 12 Prozent vollständig Geimpfte. Fast 40 Prozent vollständig Geimpfte auf Normalstationen ist im Sinne der Pandemiebekämpfung nicht unbedingt beruhigend. Zu dieser Zeit bekomme ich von zwei Spitälern in Österreich die Information, dass es sich bei den geimpften Covid-Intensivpatienten vor allem um ältere und/oder immunsuprimierte Menschen handelt bzw. um früh Geimpfte.  Aber die Impfung würde wirken, weil sie schwere Verläufe verhindere, so ein Sprecher der Uniklinik Innsbruck. Das ist auch die Erklärung die man den Massenmedien überall zu hören bekommt. Nun muss man sich im Detail ansehen, was  “vollständig geimpft” und “nicht vollständig geimpft” laut offizieller Definition eigentlich bedeuten. Damit dreht sich das Kaleidoskop das erste Mal und ergibt ein neues Bild.  Nach der Definition der AGES,  der Bundesagentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, die alle Daten rund um Impfungen und Hospitalisierungen sammelt.  muss eine vollständig geimpfte Person folgende Kriterien erfüllen:

  • eine abgeschlossene Impfserie, das heißt zwei Dosen bei Biontech, Moderna und AstraZeneca oder eine Dose von Johnson und Johnson
  • Nach der Impfung mit zwei Dosen müssen zwei Wochen verstrichen sein, damit man als vollständig geimpft gilt
  • Nach der Impfung mit Johnson und Johnson müssen vier Wochen verstrichen sein, damit man als voll immunisiert gilt

Das heißt nach dieser strengen Definition gilt jeder als ungeimpft, der 

  • bei einer 2-Dosen-Impfung nur eine Dosis bekommen hat und krank wird,
  • Jeder, der innerhalb der zwei Wochen-Frist oder der innerhalb der vier-Wochen-Frist nach der Impfung an Corona erkrankt
  • Und natürlich jene, die gar keinen Stich erhalten haben

Das heißt in der Teilmenge der Ungeimpften sind sowohl wirklich Ungeimpfte als auch Teilgeimpfte und solche, die voll geimpft sind und bei denen sich, aus welchem Grund auch immer, der Immunschutz noch nicht aufgebaut hat. Damit relativiert sich die “Welle der Ungeimpften” in den Spitälern. Der Wissenschaftsjournalist Bert Ehgartner verfolgt auch die internationalen Daten der Corona-Pandemie und hat für diejenigen, die die erste Teilimpfung erhalten haben etwas Interessantes festgestellt. “Bei Daten aus Dänemark oder auch aus Israel oder überall dort wo eine Impfkampagne begonnen hat, sieht man, dass gleichzeitig auch die Infektionszahlen raufgehen. Die dänischen Behörden haben das auch veröffentlicht, dass es innerhalb von 14 Tagen nach der ersten Impfung, ein relativ hohes Risiko gibt, dass man sich infiziert. Das heißt, da ist man noch ungeschützt, gilt auch als ungeimpft und hat aber gleichzeitig ein hohes Infektionsrisiko entweder weil die Impfung selbst das Immunsystem schwächt oder weil man sich in der Impfstrasse ansteckt oder beim Impfarzt. Also das sind absurde Dinge. Wenn sich jetzt zum Beispiel jemand nach der ersten Impfung infiziert, weil er eine schlechte Abwehrkraft hat und dann auf der Intensivstation landet, dann ist das ein Ungeimpfter auf der Intensivstation, nach dieser Definition, die wir hier haben.” 

Ich will das Kaleidoskop noch einmal weiter drehen und zu den Daten der Impfdurchbrüche zurückkehren. Die AGES führt Buch über die Impfdurchbrüche. Erst ab dem 22. August diesen Jahres beginnt die Behörde damit die Impfdurchbrüche in vier-Wochen-Berichten zu erfassen. Bis dahin wurde immer nur die Gesamtzahl der Impfdurchbrüche seit Beginn der Impfkampagne ausgewiesen, was die Statistik sehr aufgeweicht hat. Der erste Monatsbericht wird erstellt im Zeitraum von 22. August bis 22. September 2021 und er sieht düster aus.  Die AGES möchte dennoch alles rosig erscheinen lassen und malt zwei harmlose grüne Punkte in ein Feld der ockerfarbenen Unbedenklichkeit.  Diese Grafik beschreibt, dass auf 1000 geimpfte Personen durchschnittlich zwei Impfdurchbrüche kommen.  Eine Grafik, die zur allgemeinen Beruhigung  auch in den ORF-Nachrichten zitiert wird. Hierbei wird die Anzahl der Impfdurchbrüche insgesamt mit der Zahl der Geimpften insgesamt gegengerechnet. Wenn man sich allerdings die genaue Aufschlüsselung nach den Altersgruppen ansieht, zeigt unser Kaleidoskop uns ein anderes Bild. Wissenschaftsjournalist Bert Ehgartner fällt bei genauerem Hinsehen etwas auf. Allein in diesen vier Wochen übersteigt die Gesamtzahl der Impfdurchbrüche um mehr als die Hälfte jene der letzten sechs Monate, also von Beginn der Impfkampagne im Feburar 2021 bis August 2021. Das heißt, dass der Impfschutz offenbar nur ein halbes Jahr gewirkt hat und ab August massiv einbricht. Wenn man noch weiter ins Detail geht, sieht man, dass von insgesamt 27.935 symptomatischen Coronafällen bereits ein Viertel Impfdurchbrüche waren. Im aktuellen Monatsbericht vom 2.11. liegt dieser Wert bereits bei 40 Prozent.

Jetzt will ich das Kaleidoskop noch einmal weiterdrehen.

Die AGES erfasst nur die Impfdurchbrüche mit Symptomen in ihrer Statistik.  Symptomlose Impfdurchbrüche werden statistisch nicht erfasst, warum erklärt die AGES in der Einleitung der Impfdurchbruchstatistik: “Eine Infektion mit SARS-CoV-2 nach einer COVID-19-Impfung, ohne klinische Symptomatik, wird derzeit nicht als Impfdurchbruch klassifiziert, da die aktuell zugelassenen COVID-19- Impfstoffe zur Verhinderung der Erkrankung an der SARS-CoV-2-Infektion entwickelt wurden.“

Wenn ein Geimpfter symptomlos auf Corona positiv getestet wird, dann wird er, laut Gesundheitsministerium, offiziell als Corona-Fall gezählt. Nicht jeder, der geimpft ist, lässt sich aber weiterhin testen. Ein Hauptargument für die Impfung ist ja nicht mehr testen gehen zu müssen.  Das heißt es könnte eine hohe Dunkelziffer über Corona-Positive geben, die geimpft sind.  Die können genauso das Virus übertragen, wie das deutsche Robert-Koch-Institut auf seiner Website schreibt: „In der Summe ist das Risiko einer Virusübertragung stark vermindert. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass einige Menschen nach Kontakt mit SARS-CoV-2 trotz Impfung (asymptomatisch) PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden. Dieses Risiko muss durch das Einhalten der Infektionsschutzmaßnahmen zusätzlich reduziert werden”.  Der deutsche Journalist Boris Reitschuster hat kürzlich aufgedeckt, dass das Robert-Koch-Institut diese Formulierung geändert hat, ohne dies öffentlich zu kommunizieren. Nun heißt es auf der Website des RKI: In der Summe ist das Risiko, dass Menschen trotz Impfung PCR-positiv werden und das Virus übertragen, auch unter der Deltavariante deutlich vermindert. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Menschen nach Kontakt mit SARS-CoV-2 trotz Impfung PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden. Dabei können diese Menschen entweder Symptome einer Erkrankung (die zumeist eher milde verläuft) oder überhaupt keine Symptome entwickeln. Zudem lässt der Impfschutz über die Zeit nach und die Wahrscheinlichkeit, trotz Impfung PCR-positiv zu werden, nimmt zu. Das Risiko, das Virus möglicherweise auch unbemerkt an andere Menschen zu übertragen, muss durch das Einhalten der Infektionsschutzmaßnahmen zusätzlich reduziert werden.

Geimpfte mit höherem Infektionsrisiko

Großbritannien führt genauere Statistiken über die Impfungen als Österreich. Bert Ehgartner hat sich die Wochenberichte der UK Health Security Agency angesehen. Aus deren Daten geht hervor, dass ab einem Alter von 30 Jahren die vollständig geimpften Personen ein deutlich höheres Infektionsrisiko haben als Ungeimpfte. Es wäre also dringend notwendig mehr Transparenz in die Impfdaten zu bringen. Die hohe Anzahl an Impfdurchbrüchen in den Altersgruppe 18-59 in Österreich bestätigt die Beobachtungen aus Großbritannien jedenfalls.

Auf meine schriftliche Anfrage bei der AGES hin, warum es so viele Impfdurchbrüche gibt und ob man hier noch von einer wirksamen Impfung sprechen kann, kam folgende Antwort: “Die Wirksamkeit der Impfung ist sehr gut, es können aber nicht alle Erkrankungen bei den Geimpften verhindert werden. Wenn der Anteil an Geimpften in der Bevölkerung steigt, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, trotz Impfung zu erkranken. Der prozentuale Anteil an Impfdurchbrüchen steigt, die Anzahl an Erkrankungen in der Bevölkerung insgesamt sinkt aber durch die Schutzwirkung der Impfung.“

Bevor die österreichische Regierung die 2-G-Regel eingeführt hat, war der Pool der Impfbereiten so gut wie ausgeschöpft. Das zeigten Daten des Austrian Corona Panel Projects. Dieses Argument der AGES war keines und konnte die Impfdurchbrüche nicht plausibel machen. Allein durch die 2-G-Erpressung steigt der Anteil der Geimpften jetzt wieder. Gleichzeitig wissen wir, dass die Impfung nur rund sechs Monate schützt. Am 30. Oktober titelt die Tagszeitung der Standard „Viele Geimpfte im Spital zeigen Wichtigkeit von Booster-Impfung“. Das Nationale Impfgremium ruft dazu auf, sich den dritten Stich zu holen, bei Johnson und Johnson einen zweiten. Von einem Sinken der Erkrankungen kann bei der aktuell explodierenden Rate an positiven Tests  und Hospitalisierungen wohl keine Rede sein.  

Besonders perfide ist in diesem Zusammenhang, dass die hohe Zahl an Impfdurchbrüchen den Ungeimpften in die Schuhe geschoben wird. In einem Artikel von ORF online vom 4.11. ist davon die Rede, dass die „Zahl der Impfdurchbrüche auch von der Anzahl aktiver Fälle abhängig ist. Je höher diese ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, sich als geimpfte Person zu infizieren.“ Ich möchte an dieser Stelle noch einmal an die Information der Website von der AGES erinnern:

„(…) da die aktuell zugelassenen COVID-19- Impfstoffe zur Verhinderung der Erkrankung an der SARS-CoV-2-Infektion entwickelt wurden.“

Darüber hinaus wird ab 8. November auch den Genesenen das Leben schwer gemacht. Die Möglichkeit nur mit einem Antikörpernachweis Zugang zu öffentlichen Einrichtungen und Veranstaltungen zu bekommen wurde abgeschafft. Nach sechs Monaten gilt ein Antikörpernachweis nicht mehr und auch Genesene müssen sich impfen lassen. Eine parlamentarische Anfrage durch NEOS-Abgeordneten Gerald Loacker wirft hier Fragen bezüglich der Sinnhaftigkeit dieser Verordnung auf. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein berichtet über die Anzahl der Genesen im Zeitraum von 1. März 2020 bis 31. August 2021 und wie viele davon sich innerhalb von sechs Monaten noch einmal mit Corona infiziert haben. Von 670.903 Genesenen sind es gerade einmal 903 Personen, die sich wieder infiziert haben. Das sind 0,1 Prozent. Nur neun davon sind an oder mit Corona gestorben. Zum Vergleich: Seit Beginn der Impfkampagne im Februar diesen Jahres bis jetzt gibt es bei 5.388.859 vollständig Geimpften insgesamt 35.675 Fälle von symptomatischen Impfdurchbrüchen. Das sind 0,6 Prozent, also sechs Mal mehr. 

Ich fasse die Erkenntnisse zusammen und drehe damit das Kaleidoskop zum letzten Mal für das abschließende Bild: Wir haben Geimpfte und Teilgeimpfte in den Spitälern liegen. Mehrere Medien berichten, dass sogar die vollständig Geimpften auf den Intensivstationen immer mehr werden. Wir haben Geimpfte, die sich mit Corona infizieren und Symptome haben und solche die keine Symptome haben, statistisch aber nicht erfasst werden. Die Impfung wirkt nur rund sechs Monate und ab einem Alter von 30 Jahren haben Geimpfte offenbar ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko. Geimpfte können das Virus übertragen, sich selbst damit infizieren und mit einem schweren Verlauf im Krankenhaus landen. Hier von einer „Welle der Ungeimpften“ zu sprechen ist gelinde gesagt eine verzerrte Darstellung der Realität. Als böse Zunge würde ich behaupten, dass Regierung und Massenmedien sich in einem Paralleluniversum bewegen.  

Dieser Bericht sollte als TV-Beitrag für ein großes, österreichisches Medienhaus erscheinen. Im Namen dieses Medienhauses habe ich mehrmals, über einen längeren Zeitraum hinweg, versucht Interviews zum Thema Impfdurchbrüche zu bekommen. Die AGES, die Medizinmarktaufsicht und das Gesundheitsministerium haben aus terminlichen Gründen abgesagt. Zwei namhafte Experten des nationalen Impfgremiums haben auf meine Anfrage nicht geantwortet. Zwei bekannte Virologen haben ebenfalls aus terminlichen Gründen abgesagt. Am Ende wollte auch der Chefredakteur meiner Abteilung den Beitrag nicht senden, weswegen er jetzt in Form eines Artikels hier erscheint.

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