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Eine Herbstgeschichte

Der Herbst ist Kastanienzeit, Kastanien und Sturm werden beworben und ausgeschenkt.

So geschah es auch in einem renommierten Luftkurort, östlich der steirischen Landeshauptstadt. Grünfarbige Plakate kündigten das fröhliche Fest an, das die schwarze Partei am 22.10.2021 am Dorfplatz neben dem Gemeindezentrum organisierte. Biertische und -bänke standen bereit, alle im Freien, das Wetter spielte mit, der Kastanienbräter sandte erste Rauchsignale und die örtliche Blaskapelle nahm Aufstellung.

Nach Erledigung meiner Einkäufe hatte ich Appetit auf heiße Maroni! Vor dem Maroniofen hatte sich bereits eine kleine Schlange Wartender gebildet, ich fragte die Nächststehenden, was eine Portion Maroni denn koste? „Nichts, außer einer freiwilligen Spende“, antwortete eine rasch herantretende Dame, die jedoch meinen Nachweis sehen wollte.

„Meinen Nachweis?“, fragte ich.

„Ja, den 3-G-Nachweis.“, antwortete sie.

„Ich habe keinen!“, gab ich zurück.

„Dann bekommen sie auch keine Kastanien!“, ließ mich die Dame entschieden wissen.

„Ich will mich ja gar nicht hinsetzen, sondern die Maroni mitnehmen!“, rief ich aus, aber sie blieb dabei: „Ohne 3G gibt es nichts!“

Ich sagte laut und deutlich: „Danke!“, worauf sich einige Gäste erstaunt umdrehten und aufschauten.

So geschehen unter freiem Himmel, neben dem Gemeindezentrum, auf dem Dorfplatz.

Am nächsten Morgen fragte ich meine Nachbarin, ob sie mit mir Kastanienklauben gehen wolle. Sie sagte ja und anschließend brieten wir sie gemeinsam. Dazu tranken wir hauseigenen Apfelmost, ohne Ärger und irgendein „G“.

Edith Mölbach

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