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Erlebnisse einer Tagesmutter

Von 1991 bis zum 13. September 2021 arbeitete ich – unterbrochen von meiner Karenz – als Tagesmutter. Jetzt bin ich arbeitslos.

Meine erste Kündigung als Tagesmutter bekam ich am 1.3.2021 telefonisch. Ich erklärte meinen Vorgesetzten, dass ich die FFP2-Maske bei der Übernahme meiner Tageskinder nicht tragen werde, denn das damals 7 Monate alte Baby fürchte sich womöglich, da es fremdelt und wir sowieso den ganzen Tag zusammen seien. Ich bekam zur Antwort: „Hier geht es um die Maske!“ Ich erklärte ihnen, dass es bei mir zuerst um die Kinder geht. Worauf ich als Antwort erhielt: „Sie sind gekündigt und wenn Sie sich nicht an die Vorschriften halten, sogar fristlos!“ Ich habe nichts mehr gesagt und bekam die Kündigung am nächsten Tag schriftlich. Kündigung des Dienstverhältnisses auf Grund von Dienstverfehlung trotz Verwarnung. Eine Verwarnung erhielt ich im Jahr zuvor: Ich benutzte die Mailadresse und empfahl meinen Kolleginnen sich über Corona gut zu informieren und nicht alles zu glauben, was so umgeht. Ich habe die Mailadresse auch nicht mehr benutzt und das mit der Maske hat damit nichts zu tun.

Gekündigt war ich dann mit 31.3.2021. Sehr schlimm war das für meine Tageskinder und deren Familien, denn es wurde keine Betreuung angeboten, da es in meiner Gegend sonst keine gibt. Ich bemühte mich um einen neuen Arbeitgeber, welcher mich aber zuerst nicht nehmen wollte, denn eine Tagesmutter die gekündigt wurde? Vorsicht!

Nach vielen Telefonaten kam eine erfahrene Pädagogin, um mich und mein Haus kennenzulernen. Sie war sehr nett und der Verein beschloss, mich anzustellen. Vorher musste aber die Bildungsdirektion des Landes OÖ noch die Zustimmung geben. Anfang April 2021 standen an einem Dienstag früh, um ca. 9 Uhr zwei Frauen der Bildungsdirektion an meiner Haustür. Sie besuchten mich und schauten das Haus, den Garten und alles Wichtige an, wie z.B. den Schlafplatz der Kinder. Jedes Kind muss ein gekennzeichnetes Handtuch haben, Herdschutzgitter und Klositzerl. Sie verlangten eine Untersuchung von meiner Tochter und ihrem Mann, dass sie geistig und körperlich gesund sind (hatten sie bereits im Juni 2020 erhalten). Wir mussten es trotzdem nochmals nachreichen, dann fiel ihnen ein, dass mein Mann das auch noch machen muss. Es gab noch einiges und zuletzt sollte mein Schwiegersohn auch noch ein Leumundszeugnis aus Slowenien auf Deutsch bringen. Ich schrieb dann zurück, dass er bereits ein Jahr hier wohnt und wir das letztes Jahr bereits gebracht hatten. Die Bildungsdirektion war endlich zufrieden und ich wurde angestellt.

Leider wurde ich Mitte Mai sehr krank. Ich hatte schreckliche Zahnschmerzen und ließ mir auch einen Zahn ziehen. Die Schmerzen wurden immer mehr und nach 10 Tagen konnte ich die Tageskinder nicht mehr betreuen und ging zu meiner Ärztin. Sie erklärte mir, das sei die Schilddrüse, ich müsse sie vom Facharzt anschauen lassen und Antibiotikum nehmen. Es war ein Freitag und ich nahm halt das Antibiotikum, aber die Schmerzen wurden immer schlimmer und das Fieber stieg an. Am Sonntag rief ich den Notarzt und er erklärte mir, ich soll Geduld haben und Schmerzmittel nehmen, so schnell wirke das Antibiotikum nicht. Die Untersuchung durch einen Facharzt nach einigen Tagen ergab die Diagnose Virus Hashimoto. Ich erzählte es meiner Schwester und sie empfahl mir das Buch von Anthony William „Heile deine Schilddrüse“. Gleich nach meinem Facharzttermin kaufte ich mir Zistrosetee gegen Viren und bestellte das Buch. Ein Arzt, der auch mit Muskeltests arbeitet, testete mir meinen Ernährungsplan aus und erklärte mir, ich solle sofort mit dem Antibiotikum aufhören. Ich las das Buch und hielt mich an alles.

Bei der Verlängerung des Krankenstandes erklärte mir meine Ärztin, wenn ich das Cortison nicht nehme und mit Ernährung gesund werden möchte, brauche ich nicht mehr zu kommen.

Mein Facharzt war sehr nett und ließ mich selbst entscheiden, aber das war ihr egal, mich wollte sie an diesem Tag nicht, denn die Coronaimpfungen waren dran, ich solle am besten ins Krankenhaus fahren. Mein Arzt mit den Muskeltests unterstützte mich in dieser schwierigen Zeit und eine sehr nette Frau, die verschiedene Stärkungen und Familienarbeit macht. Dank der lieben Leute um mich und dem guten Buch wurde ich wieder ganz gesund und arbeitete bis zum 13.9.2021 als Tagesmutter. Am 13.9.2021 löste ich mein Dienstverhältnis einvernehmlich, denn jetzt sollte ich eine Mappe mit den vermerkten Tests (drei pro Woche) auch auswärts mitführen. Ich hatte bereits meinen Antikörpertest vom Jänner 2021 zum Verein geschickt und ihnen erklärt, dass wir die Krankheit bereits im Februar 2020 durchgemacht hatten.

Ich habe auch Schmerzen in meiner Hüfte und auf keinen Fall möchte ich nochmals diese Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto oder Epstein- Barr-Virus oder Herpesvirus) bekommen, sondern so wie ich bin in Pension gehen. Jetzt bin ich arbeitslos gemeldet und die Kinder dürfen jetzt – bis alles geregelt ist – gratis über den Omadienst zu mir kommen. Tagesmütter werden immer weniger und die Öffnungszeiten der Einrichtungen passen nicht für alle.

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