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Mehr Stress- als Antigentest

Ich habe vor ein paar Wochen folgendes in einem der burgenländischen Testzentren erlebt: Aufgrund einer Operation an meiner Nasenscheidewand vor einigen Jahren, entschied ich mich unlängst, so wie seit fast eineinhalb Jahren, zweimal wöchentlich und nun fünfmal pro Woche, für einen Rachenabstrich.

Nach der Anmeldung bei einem durchwegs freundlichen Bundesheerbediensteten nahm ich Platz bei demjenigen, der den Test durchführen sollte. Nach meiner Bitte um einen Rachenabstrich, erklärte mir der junge Mann recht sachlich, dass Rachentests bis zu 30% ungenauere Ergebnisse liefern sollen. Ich signalisierte ihm, dass ich das bereits wisse und dieses Risiko aufgrund meiner Vorgeschichte in Kauf nehmen würde. Daraufhin hörte ich plötzlich eine rotzfreche Stimme hinter mir, von demjenigen, der die Tests auswertete, die an den Kollegen neben mir gerichtet war: „Das ist denen wurscht.“

Ich war völlig perplex und konnte nicht fassen, was ich da hörte. Das ist denen wurscht? Ich kann mir schon denken, wen er da meinte, aber hat er ein Recht darauf, mich nur aufgrund meines Wunsches, einen Rachenabstrich zu verlangen dermaßen zu diskriminieren?

Ich stellte ihn kurzerhand mit klarer und deutlich verständlicher Stimme zur Rede und fragte ihn nach seinem Namen, um mich bei entsprechender Stelle zu beschweren. Nach kurzem Zögern verriet er mir nur seine Dienstnummer, welche ich mir in mein Handy speicherte. Als dies natürlich einige Sekunden dauerte, drängte mich der andere dazu mich zu beeilen, weil nachkommende Personen schon warten würden. Darauf antwortete ich, dass er das nur seinem Kollegen zu verdanken habe, und dieser offensichtlich nicht wisse, wie er sich zu verhalten habe.

Anschließend erhielt ich einen ausgesprochen penibel durchgeführten Rachenabstrich, stand auf und verließ wortkarg das Testzentrum.

Heute war ich neuerlich testen. Als mich der Mitarbeiter wiedererkannte, empfing er mich mich mit freundlichen Worten: „Ah, einen Rachenabstrich.“ Ich antwortete nur: „Sehr richtig!“

Andreas Picallo Gil-Reinhalter

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