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Meine Antwort auf den Newsletter der Grünen vom 22. September 2021

Newsletter der Grünen vom 22. September 2021

Lieber Peter,


die Corona-Schutzimpfung und ein Grüner Newsletter, wie passt das zusammen? Wir finden sehr gut! Die Impfung zeigt, wie die Welt funktionieren könnte. Vertrauen in die Wissenschaft, konstruktive Zusammenarbeit über die Nationalstaaten hinweg.
So können wir Probleme lösen!

Umso wichtiger ist es jetzt, diesen Erfolg gemeinsam weiterzuführen. 60 % der Österreicherinnen und Österreicher und aller Menschen, die hier leben, haben schon einen Schutz gegen das Corona-Virus.

Aber: 40 % der impfbaren Bevölkerung haben sich noch nicht dazu entschlossen. Und um die geht’s jetzt.
Sicherlich begegnen auch dir im Alltag Menschen, die noch zögerlich sind, was das Impfen angeht. Oft sind es falsche Theorien und Mythen, die die Menschen davon abhalten sich die Impfung zu holen. Dass manche Parteien diese verunsicherten Menschen weiter ängstigen, ist für uns nicht akzeptabel und hochgradig verantwortungslos.
Wie aber kannst du Menschen in deinem Umfeld überzeugen sich impfen zu lassen?

Verständnis zeigen: Niemand entscheidet sich leichtfertig für eine Impfung und das ist auch gut so. Ängste und Bedenken müssen ernstgenommen werden, Respekt ist wichtig.

Fakten aufzeigen: Verweise dein Gegenüber auf vertrauensvolle Quellen, die über das Impfen informieren – etwa oesterreich-impft.at/videos-uebersicht/science-busters-videoserie/

Biete Impfbegleitung an: Jede/r freut sich, wenn man beim Impfen begleitet wird. Vielleicht hast du ja Zeit selbst zu begleiten oder kannst Personen zusammenbringen, die dann gemeinsam zu den vielen niederschwelligen Angeboten gehen können. Hier könnt ihr euch ganz unkompliziert anmelden und findet Standorte tagesaktueller Impf-Möglichkeiten, für die es keine Anmeldung braucht: oesterreich-impft.at/impfanmeldung/

Wir möchten dir für deinen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Pandemie danken.
Eure

Wolfgang Mückstein 
Leonore Gewessler 
Sigi Maurer 
Andrea Mayer 
Alma Zadić
Werner Kogler

Newsletter der Grünen vom 22. September 2021

Antwort von Univ.-Doz. Dr. Peter Weish

Liebe Grüne!

Als Vordenker und treuer Wegbegleiter der Grünen fühle ich mich veranlasst, auf Euren Newsletter zu antworten.

Offenbar seid Ihr stolz auf Eure Leistungen seit März 2020. Absichtlich wurden Ängste geschürt, ohne nachvollziehbare Begründung wesentliche Grundrechte ausgesetzt, einschneidende Maßnahmen verordnet, ohne dass ihre Verhältnismäßigkeit nachgewiesen wurde. Vieles wurde – wie wir heute wissen – falsch gemacht. Darüber könnte man ein Buch schreiben. Ich erinnere an den alten Konfuzius: „Fehler machen und nichts daraus lernen, erst das nenne ich fehlen!“ In diesem Sinne übe ich Kritik.

Ihr fordert „Vertrauen in die Wissenschaft.“ Was meint Ihr damit? Wenn wir in den 1970iger Jahren den Atomwissenschaftlern vertraut hätten, wären in Österreich 2-3 Atomkraftwerke in Betrieb gegangen, wenn wir den industriegesteuerten Gentechnikern vertraut hätten, gäbe es heute keinen Markt für gentechnikfreie Produkte und vermutlich kaum mehr Biobauern. 

Geradezu wehmütig erinnere ich mich an die Regierung Kreisky, gegen die ich damals ernste Vorbehalte hatte. Als 1975 die Bewegung gegen den Bau des 2. AKW´s und die Inbetriebnahme des AKW-Zwentenorf politisch relevant wurde, beschloß die Regierung Kreisky, eine Informationskampgne zur Kernenergie zu organisieren. Unser kleines Institut für Umweltwissenschaften und Naturschutz war damals der wissenschaftliche Kern der Anti-AKW-Bewegung. Uns, die unbequemsten Kritiker, forderte man auf, 100 Fragen zu formulieren, die vor der Inbetriebnahme des AKW´s zu klären wären. Dr. Eduard Gruber und ich haben damals diese Liste von Fragen erstellt, die dann im Wesentlichen übernommen und in 10 Themenbereiche – wie z.B. Wirtschaftlichkeit, Unfallgefahren, Atommüllproblematik, medizinisch-biologische Fragen – aufgeteilt wurden. Dann hat man uns aufgefordert, kompetente Fachleute zu nennen, die kritisch zur Atomenergie eingestellt sind. Diese 10 kontoversiell zusammengesetzten Gruppen haben zunächst die ihnen zugewiesenen Fragen im kleinen Kreis diskutiert und danach gab es zu jedem der 10 Themen eine Großveranstaltung in den Landeshauptstädten in Form von Podiumsdiskussionen, wobei Befürworter und Gegner paritätisch vertreten waren. Nach diesen Veranstaltungen (1976) begannen die Massenmedien die Atomfragen kontroversiell zu behandeln. In der Frage „Zwentendorf, Ja oder Nein“ war damals der „öffentliche Debattenraum“ als Kernstück der Demokratie intakt. Alle Gesichtspunkte und gesellschaftliche Positionen kamen in den Medien klar zur Geltung. Der Volksentscheid gegen die Inbetriebnahme des AKW am 5. Nov. 1978 war daher demokratisch vorbildlich und hat sich seither auch bewährt. Wie ist es heute um den öffentlichen Debattenraum bestellt? Gibt es ihn überhaupt noch? Seit damals ist es mit der Meinungsfreiheit bergab gegangen, seit der Corona-Propaganda – ja, Propaganda – steil bergab. Aktuelle Umfragen haben das erschütternde Ergebnis erbracht, dass Meinungsfreiheit selbst an Universitäten kaum mehr möglich ist. Wer es in manchen Institutionen wagt, gegen die verordneten Maßnahmen zu argumentieren, muß damit rechnen, mit Sanktionen bis hin zur Kündigung belegt zu werden.

Versteht Ihr unter „Vertrauen in die Wissenschaft“, die einen, deren Meinung Euch genehm ist, als die Verkünder der einen, reinen Wahrheit zu feiern und die anderen, die Bedenken anmelden und eine sachliche Diskussion einfordern, zu ignorieren, auszugrenzen, ja zu diffamieren, etwa als Wissenschaftsleugner oder mit anderen Vokabeln psychologischer Kriegsführung zu belegen? 

Wissenschaft besteht aus einem sachlichen Diskurs, der nicht durch finanzielle und andere Interessen verzerrt sein darf. Es gibt nicht die Wissenschaft. In Sachen Corona sind viele Disziplinen gefragt: Natürlich die Virologie, aber darüber hinaus viele andere Disziplinen der Medizin, Biologie, Psychologie, Gesellschaftswissenschaften, um nur die wichtigsten zu nennen.

Was nun die „Impfung“ betrifft: Ich habe mich als Naturwissenschaftler seit vielen Monaten intensiv mit der wissenschaftlichen Literatur zu den Fragen rund um die nur bedingt zugelassenen, noch im stark verkürzten Teststadium befindlichen Corona-„Impfungen“ – die man zuteffend eher als experimentelle, gentechnische Immunprophylaxe mit schon bekannten und weitgehend noch unbekannten Risiken bezeichnen müßte – befaßt und habe gute Gründe dafür, mich nicht „impfen“ zu lassen. Wenn man gesund ist und über ein gut trainiertes Immunsystem verfügt, braucht man sich auch in meinem Alter nicht vor dem SARS-CoV-2 zu fürchten, sondern hat gute Chancen, Covid-19 gut zu überstehen und eine natürliche Immunität zu erwerben. Junge, gesunde Menschen haben erwiesenermaßen ein vernachlässigbares Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Ihnen selbst eine harmlose Impfung aufzuzwingen, wäre medizinisch nicht zu rechtfertigen, schon garicht der Eingriff mit den derzeit verfügbaren Substanzen mit nicht auszuschließenden gravierenden gesundheitlichen Spätfolgen.

Führt Euch mal folgende Publikation „zu Gemüte“: Worse Than the Disease? Reviewing Some Possible Unintended Consequences of the mRNA Vaccines Against COVID-19 und danach Eure von Wunschdenken getragenen sorglosen Impfempfehlungen. Und dann beantwortet ehrlich die Frage, wer da die „Wissenschaftsleugner“ sind!

Wie verhält sich Eure nett-scheinheilige Aussage: „Verständnis zeigen: Niemand entscheidet sich leichtfertig für eine Impfung und das ist auch gut so. Ängste und Bedenken müssen ernstgenommen werden, Respekt ist wichtig“ zu der brutalen, menschenverachtenden Realtät, an der Ihr wesentlich mitverantwortlich seid? Menschen, die sich nach gewissenhafter Information dazu entschieden haben, sich nicht „impfen“ zu lassen, werden stigmatisiert, ausgegrenzt und nicht selten mit Berufsverbot bedroht. Schüler und Studierende so mit unerträglichen Maßnahmen zu belegen, dass sie sich „impfen“ lassen, um wieder einigermaßen normal leben zu können, finde ich besonders schlimm, noch dazu ohne gewissenhafte Aufklärung über die Risiken, die mit diesem Eingriff verbunden sind – ein eklatanter Verstoß gegen eine grundlegende ärztliche Verpflichtung. 

Euren Verweis auf „vertrauensvolle Quellen, die über das Impfen informieren – etwa oesterreich-impft.at/videos-uebersicht/science-busters-videoserie“ kann ich im besten Fall als schlechten Scherz betrachten.

Wo sind die Grundprinzipien der Grünen geblieben? Zur Erinnerung: Ökologisch, solidarisch, demokratisch und gewaltlos…

Was wir heute erleben und woran Ihr mitverantwortlich seid ist hingegen nicht ökologisch sondern reduktionistisch-technokratisch, unsoldarisch gegenüber der Jugend, hochgradig undemokratisch und gewalttätig – was die folgenschweren Zwangsmaßnahmen betrifft.

Auch der Rechtsstaat ist schwer beschädigt, nicht nur wegen verfassungswidriger Verordnungen. Das Fehlen jeglicher Unvereinbarkeits- Normen (Compliance) für die maßgeblichen Gremien hat fette Pfründe (Testen, Masken, Impfen) geschaffen, die irgendwann aufgedeckt werden und die de facto kaum wirksamen Haftungen sind ein Hohn für geschädigte Personen. 

Das Schlimmste aus meiner Sicht jedoch ist die tiefe Spaltung der Gesellschaft, indem man die Verängstigten gegen die nicht Verängstigten in Stellung bringt.

Als jahrzehntelanger Umwelt-Aktivist bin ich fest davon überzeugt, dass nur eine demokratische Zivilgesellschaft, die sich friedlich und gewaltfrei engagiert, eine lebensfreundliche Welt mit Zukunft zustande bringen kann. Wenn wir die Fragen der Gesundheit der Pharma-Industie überlassen, die Klimapolitik Technokraten, die an Atomkraft und geographical engineering verdienen wollen oder die Welternährung Monsanto-Bayer & Co. dann haben wir versagt.

Wir müssen die Spaltung der Gesellschaft, die Ihr immer noch mitbetreibt, überwinden!

Da ist eine Rückbesinnung auf die grünen Grundprinzipien notwendig. Grünes Eigenlob – wie in Eurem Newsletter – ist nicht  angebracht. Ihr solltet Euch nicht loben, sondern schämen!

Wichtig erscheint mir eine Strategie, wie Ihr mit möglichst geringem Gesichtsverlust aus der Sackgasse, in die Ihr Euch manövriert habt, wieder herauskommt. Als unverbesserlicher Optimist schlage ich eine sachliche Diskussion vor, obwohl ich nicht ausschließen kann, von Euch in die Ecke der „Wissenschaftsleugner“ abgeschoben zu werden.

Immer noch Euer Peter Weish

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