Alltagserlebnisse aus der beginnenden Zweiklassengesellschaft
22. April 2021

In der U1-Station Kagran in Wien, stiegen im März 2021 zwei betrunkene Männer ein. Sie sahen, dass ich ein Faceshield, also keine FFP2-Maske, trug. Einer kam zu mir, sein Gestank nach Alkohol war unerträglich, stellte sich vor mich, wartete bis die U-Bahn anfuhr und tat dann so, als würde er wegen des Anfahrens auf mich fallen. Dann setzte er sich mir gegenüber hin und der zweite neben mich. Sie begannen laut über mich zu sprechen: „Die hat am Faceshield Maskenbefreiung oben stehen, damit sie sich niemandem gegenüber rechtfertigen muss! Wegen diesen Schweinen werden wir alle krank.“ Ich stieg aus und wartete auf die nächste U-Bahn.

Meine ganze Familie ist im März geimpft worden, alle außer mir. Ich habe vorher keine COV-Antikörper im Blut gehabt (wurde getestet mit Blutabnahme und Antikörpertest). Nach Kontakt mit meiner geimpften Familie, habe ich den Test im April wiederholt. Diesmal hatte ich denselben Antikörper-Titer, wie eine geimpfte Person. Auf dem Ergebnis steht: „Das Ergebnis weist auf eine vorangegangene Impfung oder Infektion hin.“. Ich gehe deshalb davon aus, dass der Kontakt mit Geimpften möglicherweise zu einer Infektion oder Immunisierung von Ungeimpften führen kann. Ich habe seither den Kontakt zu meiner Familie minimiert.

In einer Apotheke wurde mir gesagt, dass ich nur durch das Nachtdienstfenster bedient werde (der Angestellte berief sich auf das Hausrecht).

In einem Schuh-Geschäft wurde mir gesagt, ich solle den Laden verlassen (Wiederum wurde das Hausrecht angeführt: „Wir wollen keine Leute hier wie sie!“)

In den öffentlichen Verkehrsmitteln muss ich zwar die Jahreskarte bezahlen, werde dafür aber immer wieder von anderen Fahrgästen oder dem Kontrollpersonal drangsaliert. Privatpersonen halten sich jetzt für „Hilfs-Sheriffs“. Ich muss dem Kontrollpersonal (es trägt rote Westen) mein Maskenbefreiungsattest vorzeigen, obwohl dies laut DSGVO nicht erlaubt ist (der Kontrollmensch sieht meine Daten, wie Adresse und Sozialversicherungsnummer, aber weist sich mir gegenüber nicht aus). Eine dieser Rotwestenpersonen hat mein Attest mitgenommen (ca. 5-6 m weit hinter mir) und wohl mit dem Handy fotografiert.

Bei einem Friseur wurde mein Attest mit nach hinten -wo ich nicht hinsehen konnte- mitgenommen, und sehr wahrscheinlich kopiert oder fotografiert (obwohl das laut DSGVO verboten ist).

In einer Tankstelle, in der ich Kaffee kaufte, wurde mir von einem fremden Mann eine Art „Fake-Polizei-Marke“ (Lederetui mit goldener Plakette) gezeigt, er hielt keinen Abstand ein, näherte sich mir auf 20 cm, und nuschelte in gebrochenem Deutsch etwas in seine FFP2-Maske von „Ich bin die Polizei. Sie kommen jetzt mit, Sie sind eine Gefahr, ohne Maske ist verboten.“ Ich antwortete: „Wenn sie eine Autoimmunkrankheit haben, bekommen sie ein Attest und können fast überall ohne Maske eintreten.“ Er antwortete: „Ach, sie haben eine Krankheit?!“ Dann ging er.

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