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für Freiheit, Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit

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Grundrechte
und Rechtsstaatlichkeit

Ein Jahr gelebter Wandel – ein Jahr Erkenntnisgewinn

Als Zen-buddhistischer Priester ist meine wichtigste Übung das Loslassen von meinen Vorstellungen und den Ideen über unsere Welt. Unser Denken soll unserem Mitgefühl nicht im Wege stehen, denn nur dieses schafft Verbundenheit.  Dadurch wird die Sicht auf unser aller Leiden und die wechselseitige Verbundenheit von allem und jedem einfacher. Es bedeutet, dass wir alles Leiden anerkennen. In unserer jetzigen Situation ist es das Leiden, welches durch das Virus entsteht, aber auch das Leiden, welches durch die Maßnahmen entsteht. Wir müssen unser Herz für all dies öffnen.  
Das Ziel dieser Übung im Loslassen, falls es überhaupt eines gibt, ist die Durchdringung der Gegensätze, die Harmonie zwischen Verschiedenheit und Gleichheit. Wir lernen in unserer buddhistischen Praxis, den Dingen auf den Grund zu gehen, unsere Wahrnehmung auseinanderzunehmen, in kleine dünne Scheibchen zu schneiden, um dabei zu erkennen, wie unser Werden und unser Sein entsteht. Dadurch können wir unsere mitgebrachten konditionierten Vorstellungen von der Welt auflösen und unsere scheinbare Sicht auf die Welt auflösen. All dieses Streben dient dazu, im Moment zu leben, im Hier und Jetzt zu sein, in diesem Augenblick, an diesem Ort.

Eigentlich müsste ich unserer Regierung danken, dass sie mir dabei hilft, dies in meinem Alltag zu verwirklichen. Denn genau das ist im letzten Jahr geschehen, wir haben alle Sicherheiten verloren und somit sind die damit verbundenen Möglichkeiten einer Planung den Bach hinuntergeflossen, haben sich im Fluss des permanenten Ausnahmezustandes, des Dauer-Lockdowns, verabschiedet.
Dabei wollen die Regierenden uns doch genau diese Sicherheit vermitteln! Mit den Masken, die jetzt besonders dicht sind, mit den Tests, die jetzt besonders schnell sind und dem Allheilmittel der Impfung, die ja besonders sicher ist und alle unsere durch das Virus entstandenen Probleme auflösen wird. Durch all diese Maßnahmen wird eine Scheinsicherheit aufgebaut und diese Scheinwelt wird unterstützt von medialem Dauerfeuer, bis hin zur Beschallung im Supermarkt. Vor zwei Wochen hörte ich in einer Billa-Filiale des deutschen REWE Konzerns im firmeneigenen Radio die frohe Kunde, dass im Bezirk Schwarz in Tirol, der vom Militär abgeriegelt wurde und kontrolliert wird, die Durchimpfung begonnen hat und nun alle wieder froh sein können.

Vor rund zwei Jahren wurde in vielen Qualitätszeitungen mit großem Aufsehen und Empörung über die in China eingeführten Überwachung und Punkteverteilung für korrektes soziales Verhalten im Sinne der Regierenden berichtet. Ein soziales Bewertungssystem mit permanenter Kontrolle über die Bürger mittels Gesichtserkennung und zentraler Erfassung der Daten wurde eingeführt. Wer brav im Sinne der Regierenden handelt, darf am Gemeinschaftsleben teilhaben, wer nicht, wird ausgeschlossen.
Ich habe mich seit dem letzten Jahr wieder und wieder gefragt, warum wir die Maßnahmen vom autokratischsten Staat der Welt, nämlich China, übernommen haben, ohne diese zu hinterfragen oder unseren westlichen ethischen und moralischen Werten, zu denen auch die Demokratie gehört, anzupassen. Schön langsam wird mir klarer, warum dies wohl der Fall war. Es geht um Kontrolle und darum, diese scheinbare Sicherheit für alle zu gewährleisten und sichtbar zu machen. Mit dem eigentlich schon beschlossenen Impfpass wird der Beginn dieses sozialen Bewertungssystems bei uns bald Realität sein. Wer die von mächtigen Staatslenkern beschlossenen Maßnahmen gehorsam verfolgt, wird belohnt mit der Teilhabe am sozialen Leben. Der Rest hat dann wohl Pech gehabt.

Ich muss auch den Medien danken, denn sie haben mir geholfen, weitere Blasen meiner Konditionierung aufzustechen. Mein Glaube an die Richtigkeit von Informationen aus den Leitmedien, wie den staatlichen Rundfunkanstalten und Printmedien, allen voran die großen Qualitätszeitungen wie „Die Zeit“, „Der Falter“ oder „Der Standard“, um nur einige zu nennen, hat sich aufgelöst.
Informationen, vor allem wie sie aufbereitet und uns serviert werden, sind alles. Das war schon immer so, aber heute, dank der permanent möglichen Befeuerung durch unsere digitalen Geräte, ist es einfacher denn je, die Wahrheit so umzudrehen, wie sie gebraucht wird. Diese Informationen werden dann zu der Welt, mit der wir uns identifizieren und die wir unser Eigen nennen.
Ich konnte dadurch auch die Denk-Blase von politisch links oder rechts auflösen und in eine von Mitgefühl durchdrungene Bewertung umwandeln. Es braucht kein politisches Farbenspiel, sondern es genügt ein Blick darauf, wie mit Menschen umgegangen wird, respektvoll oder mit Verachtung. Wenn ich all die Verordnungen unserer Regierenden des letzten Jahres anschaue, ist aus diesem Blickwinkel des Mitgefühls schnell ein Urteil gefällt.

Ein wirklicher Gewinn des letzten Jahres sind meine neuen Freunde. Ich habe in den letzten Monaten so unglaublich viele neue Menschen kennengelernt wie nie zuvor! In der Hilflosigkeit haben sich neue Netzwerke gebildet. Ich trage selbst dazu bei, welche zu bilden und unterstütze die Vernetzung. Ohne vorherige soziale Banden finden sich plötzlich Menschen zusammen, die ein Wunsch, ein gemeinsames Weltbild, vereint in einer Gemeinschaft zu leben, in der gelebtes Miteinander, Beziehungen, Kontakt, Nähe und eine echte Demokratie hochgehalten wird. Eine Demokratie, in der Information aus vielen Blickwinkeln beleuchtet wird, in der Interessen nicht durch Profitgier von einigen wenigen vertreten werden, sondern von den wirklichen Bedürfnissen der Menschen geprägt werden. In dieser Scheindemokratie, in der wir heute leben, ist das nicht so! Diese fördert stattdessen die Scheinwelt, in der wir oberflächlich in Frieden und Harmonie zusammenleben.

Vor ein paar Jahren ging viral ein Video um die Welt, in der ein Mann von einer Überwachungskamera gefilmt wurde, wie er eine Katze quälte. Große Empörung ging wieder durch die Qualitätsmedien. Heute, mit der neuen, konformen Normalität ist es gesellschaftlich erlaubt, diese Form der Bosheit täglich zu leben. „Solidarität“ ist jetzt nicht mehr Freundlichkeit, Menschlichkeit und Handeln aus einem eigenen Herzenswunsch heraus, sondern das Einhalten von Regeln, die von oben verordnet werden. Gehorsamkeit geht vor Mitgefühl. Busfahrer werfen Kinder aus dem Schulbus, weil sie die Maske falsch getragen haben. Schuldirektoren zwingen Lehrer zur Kündigung, weil sie sich nicht impfen lassen wollen, oder werden, wenn sie Bedenken über die Maßnahmen äußern, sofort entlassen. Kinder müssen acht Stunden ohne Pause eine enganliegende, vollkommen dichte FFP2-Maske tragen und oftmals bei Minusgraden bei geöffneten Fenstern frieren. Diese Liste der Boshaftigkeiten ist endlos fortzuführen. Der neuen solidarischen Unmenschlichkeit sind Tür und Tor geöffnet worden. Die Wahrheiten hinter der Scheinwelt treten an allen Stellen zu Tage, schwappen aus den Gullys des Unbewussten auf grausame Weise hervor.

Jetzt wird Chinas autokratisches Vorbild durch Israels politische Ideen noch erweitert. Einem Land, das praktisch seit seiner Gründung im Krieg ist und in dauerndem Alarmzustand lebt. Geprägt durch permanente militärische Kontrolle aller Lebensbereiche und einen Premierminister, der wegen Korruption angeklagt ist. Ein Land, das seine Gesundheitsdaten an einen Pharmakonzern verkauft hat, in der die Quarantäne per Fußfessel kontrolliert wird, um nur einige demokratiepolitische Absurditäten zu nennen. Soll dies das neue Vorbild für Österreich, ja für ganz Europa werden?

Ich werde häufig gefragt: „Was hätten sie den anderes machen sollen, unseren Politikern ist doch nichts anderes übriggeblieben.“ Ich antworte darauf, dass wir immer eine Wahl haben, wir können immer anders entscheiden. Manche Staaten haben das auch getan.

Wir hätten zum Beispiel einen „Kreis der Weisen“ bilden können, mit Wissenden, die unsere gesamte Gesellschaft abbilden und nicht nur dieses kleine bösen Virus im Blick haben. Weise Menschen, die vor allem unser Immunsystem und dessen Stärkung in den Mittelpunkt stellen und den Schutz der Risikogruppen, sofern jeder einzelne das auch will, wie es schon im September von der Great Barrington Initiative gefordert wurde. Unsere Regierung hat das nicht getan. Wie in den meisten europäischen Ländern ist auch bei uns die Mehrzahl der Menschen in Alters- oder Pflegeheimen gestorben.

Wir hätten auf den Aufbau von Zusammenhalt und Vertrauen setzen können, anstatt das Schüren von Angst zu fördern. Wir hätten die Medien dazu zwingen können, behutsam über Corona zu berichten, anstatt mit staatlichen Mitteln das Angstschüren noch mehr anzuheizen und die gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben. Stattdessen wurden und werden die Bürger zu absurden Maßnahmen gezwungen, deren Nachhaltigkeit bis heute nicht evidenzbasiert bewiesen ist und die in ihrer Absurdität auch keiner mehr wirklich nachvollziehen kann.

„Gehe an die Orte, die du fürchtest“, lautet eine alte Lehranweisung im Buddhismus. Ich bin in den letzten 15 Jahren regelmäßig in buddhistischen Klöstern dieser Anweisung gefolgt. Sich seinen eigenen Ängsten zu stellen ist eine grundlegende Übung, um sich innerlich zu befreien. Sonst wird man von ihr geleitet und wohin dies führt, sehen wir jetzt.  Die Psychologen im Dienst der Mächtigen haben diese Funktion gut zu nützen gelernt und die damit beschriebene Umdrehung der Werte geschafft. Somit existieren heute nur mehr die Guten, die die Maßnahmen für richtig und sinnvoll erachten, keine Kritik äußern, und die Bösen, die zweifeln, Fragen stellen und nicht „solidarisch“, nicht konform mit der Mehrheit sind.
In der Wissenschaft wie im Buddhismus ist das Fragenstellen eine der wichtigsten Methoden, um Erkenntnis zu gewinnen.  In der Wissenschaft ist das jetzt vorbei, sie ist dadurch dem Tode geweiht. Der Mensch ist keine Maschine, das werden hoffentlich auch all diejenigen lernen, die uns mit diesen Maßnahmen und den dazugehörigen wissenschaftlichen Arbeiten quälen.

Wir brauchen einen gesamtheitlichen Blick auf die Situation, müssen Menschenverachtung vermeiden und Menschlichkeit fördern, beides in seiner ganzen Fülle. Wir brauchen Programme, um unsere Verbundenheit wieder erleben zu können. Viele Gräben müssen wieder geschlossen werden und all jene, die diese Gräben geschaffen haben, müssen Verantwortung übernehmen.

„Atmen Sie nichts ein, was ein anderer bereits ausgeatmet hat“, ließ eine Ärztin während einer Pressekonferenz im Staatsfunk verlauten. Würden wir das wirklich wahr machen, würde es das Ende der ganzen Menschheit bedeuten! Denn wir atmen dauernd das ein, was andere bereits ausgeatmet haben. Wir trinken auch dauernd das Wasser, das milliardenfach vor uns schon von anderen Wesen getrunken wurde. Man nennt diese Erkenntnis Verbundenheit.
Es ist alles mit allem verbunden und nicht, wie die neue Umkehrung uns sagen will, alles von allem getrennt – und was noch nicht getrennt ist, soll tunlichst getrennt werden.

Gelebte Verbundenheit, durch Mitgefühl und Weisheit getragen, ist die Intention meiner zen-buddhistischen Praxis und ich habe in diesem Jahr viel gelernt, musste viele meiner Komfortzonen verlassen und konnte viele meiner konditionierten Blasen aufstechen.
Aber vor allem habe ich gelernt, dass ich Informationen hinterfragen muss, nichts mehr als selbstverständlich akzeptieren darf und dass Selbstverantwortung zu übernehmen auch heißt, nicht nur darüber zu reden, sondern sich aktiv zu engagieren, sodass meine innere Freiheit mit einer äußeren Freiheit in Resonanz kommen kann.

Auf Anfrage liefere ich die notwendigen Quellen nach, alle hier aufzulisten würde den Artikel sprengen.

Bild:

Evie S. / Unsplash

Joey Kyber / Unsplash

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