Erfahrungen aus einer Tiroler Grenzregion
12. März 2021

Ich bin deutsche Staatsbürgerin und wohne mit meiner Familie seit ca. zwei Jahren im Tiroler Außerfern. Mein Mann ist Lehrer an einer sonderpädagogischen Einrichtung in Füssen, d.h. Grenzpendler. Meine Tochter ist 14 Jahre alt und geht in eine österreichische Schule und ist somit, genau wie mein Mann, Leidtragende hinsichtlich des Test- u. Maskenwahns. Meine Familie wohnt in Grenznähe im Allgäu und wir haben uns in der Vergangenheit regelmäßig gesehen (in unserer Region war soziales und menschliches Miteinander über die Grenze hinaus an der Tagesordnung).

Leider ist meine Mutter aufgrund einer Komplikation während einer Tumoroperation Ende Januar in einem Krankenhaus in Deutschland verstorben. Während ihres fünftägigen Sterbeprozesses hatte ich Gelegenheit, mich mit dem Chirurgen (Chef der Station) und dem Pflegepersonal zu unterhalten. Vor allem hat mich berührt, dass meiner Mutter ein Einzelzimmer zur Verfügung gestellt wurde, zu dem ich, trotz Besuchsverbots in der Klinik, jederzeit Zugang hatte. Der Grund war ein einfacher: In dem Klinikum wurde aufgrund der bestehenden Covid-Maßnahmen eine komplett neue Palliativstation geschlossen und das Personal ins Haupthaus der Klinik verlegt. Somit sind Stationen, die Sterbenden und deren Angehörigen Hilfe bieten, fast nicht mehr vorhanden. Dennoch sterben täglich Menschen, die, wie meine Mutter und ich, Hilfe brauchen. Sie haben zurzeit in diesem System keinen Platz und das Pflegepersonal der Klinik war deshalb gestresst, weil Zimmer für frisch operierte Menschen fehlen und aufgrund der Schließung von Stationen ein Mangel an Pflegepersonal herrscht. Auch wurde mir von den Mitarbeitern dieser Klinik bestätigt, dass sie schon jahrelang an ihrer Leistungsgrenze arbeiten und sich durch die Pandemie an diesem Zustand nichts geändert hat – bis jetzt auch finanziell nichts!

Wir haben im Moment große Probleme, nach Deutschland einzureisen. Es müssen täglich Formulare ausgefüllt und ein negativer Test vorgelegt werden. Vergangene Woche bin ich innerhalb eines Kilometers dreimal kontrolliert worden. Zweimal in Tirol zum Ausreisen und einmal 50 Meter weiter bei der Einreise nach Deutschland. Auch dort hatte ich Zeit, kurz mit den Soldaten bzw. der Bundespolizei zu sprechen. Ohne Ausnahme wurden die Regelungen an der Grenze als eine Katastrophe für das Zusammenleben der Menschen und für völlig sinnlos erachtet. Ich frage mich, was erwachsene Menschen (Politiker) dazu bringt, Familien voneinander fern zu halten, Unmut in der Bevölkerung zu schüren, Denunziantentum zu fördern und anderen Menschen die Verantwortung abzusprechen, für sich selbst zu sorgen. Jeder hat die Wahl, ob er sich schützen möchte, irgendwann durch Impfung oder Masken oder einfach nur durch Einigeln in den eigenen vier Wänden. Ich möchte als mündige Bürgerin selbst entscheiden, welchen Weg ich für mich wähle! Das ist mein gutes Recht!

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