Maskenbefreiung und Kontaktallergie: Beinahe unmöglich!
02. Februar 2021

Ich habe eine seit fünf Jahren bekannte, starke Kolophonium- und Terpentinöl-Kontaktallergie. Diese Stoffe sind in Kosmetika, Flüssigkeiten, Desinfektionsmittel, Papier, auch in Zellstoffen und Klebern von Verbandsmaterialien enthalten.

Seit mit 25.1. die FFP2-Maskenpflicht eingeführt wurde, habe ich ernstliche gesundheitliche Probleme entwickelt. Am zweiten Tag der Pflicht war ich bei einem Nottermin bei meiner Hautärztin. Diese verschrieb mir eine Salbe gegen den Juckreiz; meine Allergiepulver sollte ich zweimal pro Tag nehmen, statt wie bisher einmal. Am Mittwoch schlief ich in der Arbeit ein, da die Pulver in der Überdosis schläfrig machen, war also von fahrtüchtig weit entfernt.  Am Donnerstag begann ich zu telefonieren. Meine Hausärztin erklärte mir auf meine Anfrage nach einem Befreiungsattest, dass sie dieses nicht ausstellen dürfe, da sie die Zulassung verlieren könnte. Krankenkasse und Bezirkshauptmannschaft erklärten mir, Amts- und Chefarzt dürfen nicht, da die Hausärzte dafür zuständig sind. Die AGES verwies mich an die BH.

Ein weiterer Hausarzt erklärte mir, ich muss beweisen, dass ich sämtliche FFP2-Masken am Markt ausprobiert hätte. Am Freitag war mein ganzes Gesicht geschwollen und die ersten Ausschlagpunkte zeigten sich auch schon. Samstagabend schwollen meine Zunge und die Schleimhäute sowie der Rachen zu. Mein Mann wollte mich schon ins Krankenhaus fahren, ich konnte ihn aber davon überzeugen, es nicht zu tun, da ich dort nicht hinein durfte ohne FFP2-Maske. Ich nahm also noch einmal die doppelte Dosis Allergiepulver und habe sonntags fast durchgeschlafen. Mittlerweile komme ich mir vor wie ein Mensch zweiter Klasse: Bin ich mit einer Allergie weniger wert als ein Mensch am Ende seines langen Lebens?

Heute, am 2.2., habe ich endlich ein Attest bekommen von einem mutigen Arzt. Mir steht das erste Mal Einkaufen ohne Maske bevor und ehrlich gesagt graut mir vor diesem Moment. Ich finde es nur traurig, was sie mit uns machen! Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Jetzt lebt sie wieder!

Sabine Bürgermeister

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