Die Konsequenzen falsch-positiver Testergebnisse
01. Dezember 2020
von Howard Steen & Saji Hameed

TEIL 1 – HINTERGRUND (HOWARD STEEN)

Im Januar schien es, als stünde die Welt vor einer drohenden Epidemie, die durch ein tödliches neues Virus verursacht wird, und als sei eine schnelle Reaktion auf der Grundlage zwangsläufig begrenzter Daten von größter Bedeutung, um eine mögliche globale Katastrophe abzuwenden. Eines der wichtigsten Instrumente in diesem Kampf, um das Virus nachzuweisen, zu isolieren und zu unterdrücken, ist der PCR-Test. Die Charité Berlin unter der Leitung von Prof. Drosten erkannte schnell den extremen Ernst der Lage und entwickelte das erste PCR-Testprotokoll zum Nachweis des SARS-CoV-2-Virus in Rekordzeit. Dieses wurde gleichzeitig von der WHO ausgewählt und empfohlen und wurde weltweit zur ersten Verteidigungslinie.

Elf Monate nach Beginn der Pandemie haben wir nun viel mehr über das Virus und die Vielzahl der PCR-Testvarianten erfahren, die durch das Corman-Drosten-Protokoll möglich wurden. Die Mängel des Testprotokolls sind immer deutlicher geworden, und unser Überprüfungsbericht geht auf diese enormen Bedenken ein.

Zusätzlich alarmierend und besonders relevant für dieses Argument, da der PCR-Test sich auf alle Ebenen der globalen Gesellschaft ausgewirkt hat, wie es vielleicht noch kein Test je zuvor getan hat, sind die unvorhergesehenen Folgen, die durch den Anstieg der PCR-Fälle verursacht werden. Mehr als einhundert Regierungen haben diese Ergebnisse genutzt, um beispiellose Maßnahmen zur Kontrolle der Übertragung anzuwenden, wie z.B. Abriegelungen, die sich irreparabel auf Millionen von Menschenleben und Lebensgrundlagen ausgewirkt haben, und direkte Angriffe auf die Grundrechte und persönlichen Freiheiten der Menschen, was zu katastrophalen Schäden für ganze Volkswirtschaften geführt hat.

TEIL 2 – KONSEQUENZEN (SAJI HAMEED)

In der Literatur über PCR-Tests ist bekannt, dass es viele Gefahren gibt, wie z.B. prozessbedingte falsch-positive Ergebnisse, die zu Fehlinterpretationen der Testergebnisse führen können. Aus diesem Grund wird von Kurkela et al. [1] empfohlen, dass die PCR immer nur in Verbindung mit einer klinischen Diagnose der Infektion aufgrund von Symptomen eingesetzt werden sollte. Schließlich gibt es dokumentierte Vorkommnisse von Fehlinterpretationen, die zu Phantom-Pandemien geführt haben, z.B. der Ausbruch der Atemwegserkrankung 2004-2006, der fälschlicherweise mittels PCR-Test auf Keuchhusten zurückgeführt wurde [2].

Es ist zu beachten, dass diese Gefahren durch den geförderten Einsatz von PCR im industriellen Maßstab für das Screening der gesamten Bevölkerung vervielfacht werden. Um dies zu relativieren, beschreibt das CormanDrosten-Papier, wie 4 von 310 Tests in den kontrollierten und erstklassigen Expertenlaboreinrichtungen des Chariteé-Instituts falsch positive Ergebnisse (d.h. eine Rate von 1,2%) lieferten. Übertragen auf den jüngsten Stand in den USA (CDC-Bericht vom 21. November 2020 mit einer Gesamtzahl von 178,1 Millionen durchgeführten Tests) bedeutet dies, dass mindestens 2,3 Millionen Menschen fälschlicherweise als „mit Covid-19 infiziert“ bezeichnet werden, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. Aber angesichts der im vorigen Abschnitt dargestellten Fehler ist die tatsächliche falsch-positive Rate unbekannt, und daher müssen 2,3 Millionen als Mindestschätzung betrachtet werden; die beunruhigende Realität dürfte also viel größer sein.

  1. Die Zahl der PCR-Tests nimmt täglich zu, was zu einer Rekordzahl von PCR-Positiven führt. Regierungen und Nachrichtenorganisationen zitieren diese täglich und verwenden sie zur Rechtfertigung ihrer individuellen Politik. Im Folgenden sind einige der Konsequenzen dieser Politik aufgeführt: Die Fehldiagnose von PCR-Positiven als Infektionen hat in der Vergangenheit zu „Fall-Pandemien“ geführt, die in der Regel durch eine Inkongruenz zwischen positiven PCR-Testergebnissen und Todesfällen gekennzeichnet sind. Ein relativ neues Beispiel war der Ausbruch der Schweinegrippe im Jahr 2009 [3];
  1. Von den Regierungen wurden flächendeckende Lockdowns ohne vorherige Due-Diligence-Kosten/Nutzen-Analyse eingeführt und in vielen Fällen auf unbestimmte Zeit verlängert. Die weitreichenden und katastrophalen Auswirkungen dieser nicht evidenzbasierten Maßnahmen werden jetzt nur allzu deutlich: Menschliche Auswirkungen, um nur einige zu nennen, sind u.a.:
    a) Auswirkungen auf die psychische Gesundheit einschließlich einer Zunahme von Selbstmorden [4];
    b) abgebrochene oder verzögerte wesentliche Krankenhausbehandlungen (z.B. Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes usw.);
    c) Todesfälle unter älteren Menschen aufgrund der Trennung von geliebten Menschen;
    d) unmenschliche Gefangenschaft und Isolation älterer Menschen in einer Lebensphase, in der sie den Kontakt zur Familie am meisten benötigen;
    e) Zunahme der Todesfälle bei Totgeburten.

    Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind nicht weniger verheerend:

    a) Lockdowns haben zu einer ersten finanziellen Katastrophe geführt, deren Auswirkungen bereits als drei- bis viermal größer eingeschätzt werden als die der Finanzkrise von 2008, während die längerfristigen Auswirkungen unbekannt sind [5];

    b) Der Verlust von Zukunftschancen für die junge Generation wurde von UNICEF [6] hervorgehoben;

    c) Die Weltbank hat erklärt, dass aufgrund der Pandemie-Maßnahmen 88-115 Millionen Menschen im Jahr 2020 in extreme Armut gezwungen sein werden, wobei die Gesamtzahl bis 2021 auf 150 Millionen ansteigen wird [7];
  1. Die Anwendung von Lockdowns und der Glaube an unbewiesene NPIs (non-pharmaceutical interventions) in Verbindung mit dem Auftreten der „Fall-Pandemie“ Phänomene, die durch PCR-Tests ermöglicht werden, hat Regierungen weltweit dazu ermutigt, ihre Bevölkerungen einzuschüchtern, damit sie sich an zunehmend bizarre und unlogische Restriktionen halten. Der Einsatz psychologischer Techniken zur Durchsetzung dieser Einschränkungen umfasst:
    a) die absichtliche Verstärkung von Angsttaktiken über die Medien, um die Einhaltung der Einschränkungen zu gewährleisten,
    b) den exzessiven Einsatz von Polizei- und Militärgewalt, um eine Atmosphäre unmittelbarer Lebensgefahr zu schaffen,
    c) Meldungen über die schrecklichen Folgen der Nichteinhaltung der Einschränkungen, um Angst zu schüren, einschliesslich die Nachricht an Kinder, dass sie ihre Oma anstecken und töten könnten,
    d) die UNO hat vor der Tendenz einiger Regierungen gewarnt, die Notfallerklärungen als Deckmantel für repressive Massnahmen zu benutzen [8];

  2. Verlust von Demokratie und Menschenrechten:
    Viele Menschenrechte, wie sie in den Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO von 1948 [9] verankert sind, werden als direkte Folge neuer, durch PCR-Testergebnisse gerechtfertigter Corona-Massnahmen ausgehöhlt oder einfach ignoriert. Die Liste umfasst:
    a) die Freiheit zu protestieren,
    b) die Gedanken- und Redefreiheit (Artikel 18), z.B. prominente Wissenschaftler, die wegen der Äußerung von Meinungen und Ideen zensiert werden,
    c) die Pressefreiheit,
    d) die Freiheit, Kontakte zu knüpfen,
    e) das Recht, wirtschaftliche Geschäfte zu tätigen,
    f) die Verweigerung der Wahlfreiheit der Verbraucher,
    g) Beschränkungen des Zugangs zu Bildung,
    h) Beschränkungen des Zugangs zu medizinischer Behandlung/Auswahl,
    i) unmenschliche Behandlung (Artikel 5), z.B. ältere Menschen, die verlassen und allein gelassen werden, um in Pflegeeinrichtungen zu sterben.

TEIL 3 – SCHLUSSFOLGERUNG (HOWARD STEEN)

Der PCR-Test allein ist in der Lage, eine Nadel im Heuhaufen zu finden, indem nur ein Teil der Nadel gefunden wird. Es ist jedoch wichtig, seine Grenzen zu erkennen: Er ist als diagnostischer Test für den Einsatz in Labors des öffentlichen Gesundheitswesens nutzlos.

Wie werden wir das Leben von Millionen von Menschen schützen, die hier auf dem Spiel stehen? Ist es nicht unsere Verantwortung, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, auch wenn dies bedeutet, dass wir frühe Fehltritte korrigieren müssen?

Dies scheint ein entscheidender Moment zu sein, und die Augen der Geschichte sind auf uns gerichtet. Liegt es nicht in unserer Verantwortung, dieser Zeit mit Demut zu begegnen und uns des Vermächtnisses bewusst zu sein, das wir hinterlassen?

Vor dem Hintergrund unserer erneuten Überprüfung des im Corman-Drosten-Papier beschriebenen Testprotokolls zur Identifizierung von SARS-CoV-2 haben wir Fehler festgestellt. Wie lässt sich die weitere Verwendung des Testprotokolls nach diesen Erkenntnissen rechtfertigen? Sollten wir angesichts des Wissens um den Missbrauch und die Fehlinterpretation von Testergebnissen auf einer globalen Arena nicht auch den Beitrag dieses Tests zu diesen erschreckenden Folgen bedenken?

Die Entscheidung darüber, welche Testprotokolle veröffentlicht und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, liegt ganz klar in den Händen von Eurosurveillance. Eine Entscheidung, die im Corman-Drosten-Papier offensichtlichen Fehler anzuerkennen, hat den Vorteil, die menschlichen Kosten und das menschliche Leid in Zukunft stark zu minimieren. Ist es nicht im besten Interesse von Eurosurveillance, dieses Papier zurückzuziehen?

Original erschienen auf https://cormandrostenreview.com/false-positives-consequences/.

Ein Review des Corman-Drosten-Papiers finden Sie hier.

Quellen

[1] Kurkela, Satu, and David WG Brown. “Molecular-diagnostic techniques.” Medicine 38.10 (2009): 535-540.

[2] Outbreaks of Respiratory Illness Mistakenly Attributed to Pertussis — New Hampshire, Massachusetts, and Tennessee, 2004–2006
https://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/mm5633a1.htm

[3] 2009 press Releases. Health Protection Agency (UK). 24th December 2009. Archive: https://web.archive.org/web/20091224065403/http://www.hpa.org.uk/HPA/NewsCentre/NationalPressReleases/2009PressReleases/

[4] BBC, COVID-19: Lockdown had Major Impact on ‘Mental Health’:
https://www.bbc.com/news/health-54616688

[5] Economic Consequences of COVID-19: https://www.copenhageneconomics.com/dyn/resources/Publication/publicationPDF/0/530/1585835646/copenhagen-economics_economic-consequences-covid-19.pdf

[6] Coronavirus: UNICEF warns of ‘lost generation’ as virus hits children’s services: https://www.dw.com/en/coronavirus-unicef-warns-of-lost-generation-as-virus-hits-childrens-services/a-55657691

[7] COVID-19 to Add as Many as 150 Million Extreme Poor by 2021: https://www.worldbank.org/en/news/press-release/2020/10/07/covid-19-to-add-as-many-as-150-million-extreme-poor-by-2021

[8] COVID-19: States should not abuse emergency measures to suppress human rights – UN experts:
https://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=25722

[9] Universal Declaration of Human Rights:
https://www.un.org/en/universal-declaration-human-rights/

Howard Steen & Saji Hameed

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